Molkereigenossenschaft Schrozberg baut Nischenprodukte aus

Die Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken in Schrozberg hat ein gutes Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen. Aktuell 218 Milchbetriebe beliefern die Genossenschaft.

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Die Zeiten, in denen konventionell arbeitende Landwirte Front machten gegen Bio- und Demeter-Produzenten, sind schon längst vorbei. Man hat sich arrangiert und konzentriert sich auf die jeweilige Aufgabe, die Molkerei Schrozberg mit hochwertigster Ware, sprich: Milch zu versorgen. Die Geschäftsführung indes sorgt für einen möglichst reibungslosen Absatz in einem anerkannten Nischenmarkt. Das ist 2012 erneut hervorragend gelungen, wie die Zahlen klar belegen. Die Mitglieder können zufrieden sein mit der Arbeit "ihrer" Genossenschaftsleitung.

Neben der Ausrichtung auf konventionelle Produkte - neu im Angebot waren 2012 Sauermilch und Kefir - richtet sich das Augenmerk zugleich auf Demeter-Produkte, die nahezu ausnahmslos in Naturkostläden angeboten werden. Verzichtet wird nach wie vor darauf, an konventionelle Discounter zu vermarkten. Wenngleich, wie Geschäftsführer Friedemann Vogt bei der Generalversammlung am Mittwoch in Schrozberg deutlich machte, die Discounter wie auch die großen Lebensmittelketten inzwischen mehr und mehr auf Bio-Produkte setzen.

Regionalität, aber zugleich die Ausrichtung auf ethnische Abnehmer ließen weitere Absatzsteigerungen erwarten, kündigte Vogt an. Zuletzt erhöhte sich der Gesamtumsatz um 2,5 Prozent bei einer Anlieferungssteigerung von 5,9 Prozent.

Abgesetzt wurden im Berichtsjahr 7653 Tonnen Frischmilch (Vorjahr 8274), 2403 Tonnen Sahneerzeugnisse (2519), 292 Tonnen Speisequark (296) und 287 Tonnen Markenbutter (261). Das Schrozberger Spitzenerzeugnis ist absatzmäßig aber immer noch der Joghurt mit 18 687 Tonnen (18.037). Zudem wurden 2858 Tonnen Vollmilch und 15 679 Tonnen Magermilch an andere Produzenten weiterversandt. Die Qualität spricht für sich: 99,7 Prozent der gesamten Anlieferung wurde in die Güteklasse I eingestuft. Das ist noch besser als im Jahr zuvor (99,4 %).

Für die Genossenschaft Hohenlohe-Franken ist das Auslandsgeschäft inzwischen sehr wichtig geworden, wenn auch Friedemann Vogt für 2013 keine Exportsteigerungen erwartet. Profitieren könnte die Molkerei indes von der zuletzt zu beobachtenden steigenden Weltmarktnachfrage nach Milchprodukten. Das könnte Preissteigerungen auslösen, aber auch den Umsatz erhöhen.

Für zusätzlichen Schwung sorgte neben den Erfolgen neuer Marken - vor allem der Demeter-Milchbauer boomt - der Einsatz von 1-Kilo-Eimern und 500-Gramm-Gläsern. Der Joghurt-Markt legte für die Schrozberger zu, obwohl das Segment allgemein an Boden verloren hat.

Ach ja, auch dies noch, um an konventionell und Demeter zu erinnern: Der Anteil der "Bio-Lieferanten" lag zuletzt bei 37 Prozent.

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