Molkerei nach Unfall evakuiert

50 Mitarbeiter der Molkerei in Schrozberg mussten gestern nach einem Chemie-Unfall fluchtartig ihren Arbeitsplatz verlassen. Verletzt wurde niemand. Die Produktion stand stundenlang still.

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Nach dem Einsatz werden die Vollschutzanzüge dekontaminiert. Foto: Harald Zigan

Den Großeinsatz der Feuerwehr mit dem Gefahrgut-Zug aus Crailsheim sowie den Feuerwehren aus Schrozberg, Spielbach und Leuzendorf löste vermutlich der Fahrer eines Lastzuges mit Chemikalien an Bord aus: Der Mann verwechselte gegen 11 Uhr die Anschlüsse an zwei Containern im Keller der Molkerei - und füllte Natronlauge in einen für Salpetersäure bestimmten Tank. Beide Stoffe werden in der Molkerei als Reinigungsmittel verwendet.

Der Mitarbeiter einer Allgäuer Firma bemerkte offenbar nach wenigen Minuten seinen fatalen Fehler und stoppte nach rund 100 Litern die falsche Befüllung. Der Molkerei- Geschäftsführer Friedemann Vogt reagierte schnell auf die chemische Bedrohung: Er alarmierte sofort die Feuerwehr und ließ sämtliche Räume des Betriebs evakuieren, in dem zum Zeitpunkt des Unglücks 50 Frauen und Männer arbeiteten. Ein Notarzt kümmerte sich um die Beschäftigten, die allesamt mit dem Schrecken davonkamen.

Einschlägige Messungen der Crailsheimer Feuerwehr ergaben ebenfalls, dass für die Mitarbeiter und die Umwelt zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestand: Die Sicherheitstechnik in dem 1996 erbauten Molkerei-Gebäude funktionierte - giftige Dämpfe, die sich bei der chemischen Reaktion gebildet hatten, konnten nicht in die Betriebsräume entweichen, sondern gelangten über ein Entlüftungsrohr ins Freie. Nach Rücksprache mit Anton Kohlbeck, der für den Kreis Hall als Chemie-Fachberater tätig ist, rechnete Geschäftsführer Friedemann Vogt damit, dass die Molkereigenossenschaft eventuell schon am späten Nachmittag wieder die Produktion aufnehmen kann. Vor der Schrozberger Molkerei standen derweil die Milchtransporter schon Schlange.

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