Moderne Museumspädagogik in der Synagoge in Michelbach/Lücke

Die Synagoge in Michelbach beschreitet neue Wege und setzt ihr Konzept der modernen Museumspädagogik Schritt für Schritt um - wie am Sonntag.

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Hannelore Seibold führt fachkundig durchs Museum. Foto: Daniela Röhling

Neue Akzente setzen - mit diesem Auftrag wurde die Historikerin Sonja Hosseinzadeh vom Förderverein der Synagoge bedacht. Am Sonntag stellte Hosseinzadeh, selbst Mitglied des Fördervereins, ihre konzeptionelle Neuausrichtung vor. Die Glasvitrinen mit Beschriftung gehören nun der Vergangenheit an. Stattdessen schmücken zwei große Schrankvitrinen den Raum. So etwas gebe es nicht von der Stange, erklärt die Historikerin: "Ich habe mir lange Gedanken über die Gestaltung der Schmuckstücke aus Holz gemacht und Skizzen angefertigt." Die Herausforderung: Die Schränke als Anziehungsmagnet platzieren, ohne dass sie zu viel Raum einnehmen und den Besucher erschlagen. Das ist der Historikerin gut gelungen.

Der barocke Schrank zieht mit seiner Hintergrundbeleuchtung magisch an und macht neugierig auf den Inhalt. "Unser Hauptklientel sind Schulklassen", erklärt die Fachfrau. Daher die Überlegung: "Wie können wir jüdische Geschichte interessant präsentieren?" Hannelore Seibold erkennt schon erste positive Auswirkungen der Neuausrichtung. Als Führerin begleitet sie die Besucher: "Es ist nachhaltiger, aufregender und spannender, wenn Sinne angesprochen werden." Die beleuchtete Glasvitrine hinter dem Altar etwa sei früher die reinste Rumpelkammer gewesen. Nun erstrahle sie in neuem Glanz.

Ein Mädchen war während einer Führung total begeistert von der Krone gewesen, die normalerweise die Tora schmückt. Ob sie diese wohl aufsetzen könne, fragte es. So weit geht das neue Konzept jedoch nicht, Seibold konnte den Wunsch nicht erfüllen. Aber: Es wirkt, der jüdischen Geschichte wird neues Leben eingehaucht.

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