Mitbestimmen beim Geldverteilen

Im Mai wird der Kreistag, die Vertretung der Landkreiseinwohner, neu besetzt. Aus dem Bühlertal bewerben sich vier Bürgermeister dafür: Zwei wollen Kreisrat bleiben und zwei wollen neu ins Gremium.

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Bereits 30 Jahre vertritt Bühlerzells Schultes Franz Rechtenbacher die Interessen seiner Gemeinde und des Oberen Bühlertals im Kreistag. Die längste Zeit an seiner Seite: der frühere Bühlertanner Bürgermeister Hans Weiss. Rechtenbacher sei es wichtig, bei Themen wie Straßenbau und Kreisumlage mitzuentscheiden, begründet er sein Engagement. Viele Bereiche wie die Abfallwirtschaft, Krankenhäuser, Sozial- und Jugendpolitik würden die Bürger direkt berühren. Auch wenn er schon lange im Kreistag sitze, "ein Selbstläufer ist das nicht", meint er zu seinen Wahlchancen. Bühlerzell habe die kleinste Einwohnerzahl aller Kreisgemeinden. "Bühlertann und Bühlerzell müssen sich gegenseitig unterstützen", hofft der CDU-Mann.

Siegfried Trittner, Bürgermeister von Obersontheim, ist seit 2009 Mitglied der Freien-Fraktion im Kreistag. Ihm sei wichtig, dass das Obere Bühlertal gut im Kreistag vertreten sei. Die Gemeinden finanzieren den Landkreis über die Kreisumlage. Somit hätten die Gemeinden ein gewisses Interesse daran, die Entwicklung mitzugestalten, vor allem bei Themen, die die Gemeinden betreffen. Trittner nennt da beispielsweise den Straßenbau und den Sozialbereich. Er schätze auch den informellen Austausch mit den Kollegen neben den Sitzungen. Da bekomme er manche Information schneller als über den offiziellen Weg.

Michael Dambacher ist ein Jahr nach der vergangenen Kreistagswahl Bürgermeister von Bühlertann geworden. Sein Vorgänger Hans Weiss sollte noch bis 2014 Kreisrat bleiben. Nach seinem Tod steht jetzt Dambacher für die CDU auf der Wahlliste, um die Interessen Bühlertanns zu vertreten. Er sei von einigen Bürgern angesprochen worden, ob er rechtzeitig in die Gemeinde zieht, um für den Kreistag zu kandidieren. "Das hat mich in meiner Entscheidung bestätigt", so der Rathauschef, der kürzlich eine Wohnung im neuen Mehr-Generationenhaus in Bühlertann bezogen hat. Er möchte sich vor allem für Themen wie Krankenhauswesen, ärztliche Versorgung und öffentlicher Nahverkehr einsetzen. Verhalten optimistisch schätzt er seine Wahlchancen ein. Im Bühlertal sei er bekannt, aber der Wahlkreis reiche bis nach Mainhardt. "Ich rechne damit, dass es vielleicht reichen kann", meint Dambacher.

Von verschiedenen Seiten ist Ute Zoll, Bürgermeisterin von Vellberg, aufgefordert worden, sich für den Kreistag aufstellen zu lassen. Genauer will sie darauf aber nicht eingehen. Nur soviel: "Es hängt sicher damit zusammen, dass ich eine Frau bin und eine, die bekannt ist." Aber es sei schon ihr eigenes Bestreben, in den Kreistag gewählt zu werden. "Als Bürgermeister ist das ein Muss. Solange Bürgermeister Zugang zum Kreistag haben, gehören sie in das Gremium hinein", stellt Zoll, die als Parteilose für die CDU kandidiert, klar.

Sie möchte die Entwicklung des Kreises mitgestalten und mitbestimmen, wofür das Geld der Kreisumlage eingesetzt wird. Besonders interessierten sie die Themen Bildung, Straßen und Haushalt. Sie rechne sich schon aus, dass sie ins Kreisgremium kommt. "Ich denke, dass ich das Zugpferd auf unserer Liste bin", meint sie selbstbewusst.

Bürgermeister im Kreistag

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