Mit Kettenhemd und Speer

Da staunten einige Wanderer, die am Ostersonntag im Mainhardter Wald unterwegs waren: Ihnen kam eine Gruppe römischer Soldaten entgegen - stilecht mit Waffen und Kettenhemd.

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Kuno Menchen demonstriert, wie ein Torsionsgeschütz funktioniert.

Bei der Gruppe handelt es sich um Mitglieder der Cohors VII raetorum equitata aus dem Raum Koblenz sowie der Chohors II Mattiacorum aus dem Raum Wiesbaden - zwei Vereine, die sich mit dem Leben der Römer beschäftigen. Gemeinsam haben sie sich vorgenommen, den gesamten Weg entlang des Weltkulturerbes Limes in jährlichen Etappen abzuwandern. Insgesamt sind dies rund 500 Kilometer.

Gestartet sind sie in Rheinbrohl, wo der Limes beginnt. Die diesjährige Etappe führt von Osterburken über Jagsthausen und Öhringen nach Mainhardt - eine Strecke von rund 50 Kilometern. Bereits am Gründonnerstag hat die 15-köpfige Gruppe Quartier in der Mainhardter Waldhalle bezogen - nicht weit von den Grundmauern des ehemaligen römischen Kastells.

Das letzte Stück von Öhringen nach Mainhardt bewältigen sie an Ostersonntag. Die Strecke führt an Pfedelbach, Gleichen, Neuwirtshaus und Gailsbach vorbei. Dabei sind teilweise beachtliche Steigungen zu meistern. Stellen diese für einen Wanderer in heutiger Zeit schon eine gewisse Herausforderung dar, so war es für einen römischen Legionär mit seiner militärischen Ausrüstung eine besondere Anstrengung. Gehörten doch Kettenhemd, das Kurzschwert, ein Dolch, ein Schild, der Helm und oft noch ein Speer zu ständigen Ausrüstung eines Legionärs.

Alleine das Kettenhemd hat ein Gewicht von rund zehn Kilogramm. Und auch das Schuhwerk entspricht nicht dem unserer Zeit. Die Caligae, eine Sandale mit genagelter Sohle, bieten nicht den Komfort heutiger Schuh-Technik.

So ist es verständlich, dass sich die Gruppe auf dem Weg nach Mainhardt erleichtert hat und einen Teil der Ausrüstung mit dem Auto transportieren lässt. Kettenhemd und Waffen sind dennoch Last genug. Ebenso hat der eine oder andere seine römischen Sandalen für einige Zeit gegen moderne Wanderschuhe getauscht.

Vor ihrem Einmarsch in Mainhardt am frühen Nachmittag vervollständigen die Legionäre ihre Ausrüstung und ziehen waffenklirrend in Mainhardt ein. Voraus die Standarten ihrer Kohorten. Beim Römermuseum werden sie von Bürgermeister Damian Komor und Mainhardter Bürgern empfangen.

Komor betont seinen Respekt vor der Leistung der Gruppe und heißt diese in Mainhardt willkommen. Zur Erinnerung an ihren Aufenthalt erhalten die Mitglieder ein Erinnerungspräsent.

Mit einem Römerstrip demonstrieren die Soldaten, was ein Legionär so alles an Ausrüstung dabei hatte und was er auf langen Märschen transportieren musste.

Die Mainhardter nutzen die Möglichkeit, ein von Hand gefertigtes Kettenhemd probezutragen. Kuno Menchen zeigt, wie ein Torsionsgeschütz funktioniert - eine Art Armbrust. Ebenso erfahren die Mainhardter einiges über den Umgang mit dem Schwert, Cladius genannt, und dem Schild.

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