Mit dem Wasser rennen im Waldkindergarten Obersontheim

Im Frühjahr haben die Leitung und die Vorstandschaft im Waldkindergarten Obersontheim gewechselt. Am vergangenen Sonntag war der Kindergarten unter freiem Himmel zu besichtigen und zu erleben.

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Regen macht Spaß: Dann spielen die Kinder im Waldkindergarten Fluttag. Helen (6), Levin (4) und die ehemaligen Waldkindergartenkinder Jakob (7) und Noah (9) schaufeln das Auffangbecken am Wegrand frei.  Foto: 

"Das Wetter spielt bei uns eine Nebenrolle", sagt Anita Kaschedow (26), neue Leiterin des Waldkindergartens in Obersontheim. Der Regen war sogar willkommen. Denn wenn es regnet, steht ein "Fluttag" im Waldkindergarten zwischen Mittelfischach und Winzenweiler an. "Das Schönste, was passieren kann", bestätigt der vierjährige Levin und stapft mit einer Schaufel gut 100 Kinderschritte den Bachlauf bergauf in Richtung Quelle. Dort schaffen schon Birko (6) und Pauline (6) an einem Damm, um das Wasser zu stauen. Das dauert den ganzen Vormittag, denn erst wenn das Becken voll ist, kommt die Flut - und mit der Flut elf Kinder: Diese rennen lachend und schreiend neben dem Wasser her - bis zur Brücke am Waldweg.

Kinder lernen, sorgfältig mit der Natur umzugehen

So ist das auch an diesem Sonntag, am Tag der offenen Tür. Zwar regnet es am Sonntag nicht mehr, dafür hat der Regen der vorausgegangenen Tage das Becken gefüllt. Sascha Stasch (31), der zweite Erzieher an Kaschedows Seite, hat Mühe, alle elf Kinder zum Morgenkreis zusammenzuklingeln. Sie wollen spielen, nicht feiern. Schlussendlich klappt es doch und die Kinder singen mit ihren Eltern "Heute sind wir Gast im Wald". Das Lied passt, denn mit der Natur sorgfältig umzugehen, steht für die Kinder an erster Stelle.

Neben der Sitzecke für den Morgenkreis steht der Matschberg. Bis zum großen Regen beherbergte dieser ein Zwergenhäuschen mit Höhlen und Gärtchen und einem eigenen Bachlauf. "Alles kaputt", sagt die fünfjährige Juli und springt mit einem Satz in den Matsch, der rechts und links an ihren Gummistiefeln hoch spritzt. "Auch das haben die Kinder gelernt. Was ihnen von der Natur geschenkt wird, wird ihnen auch wieder genommen. Dankbarkeit steht im Vordergrund, nicht Wut. Das stärkt Toleranz und fördert Kreativität", erklärt Kaschedow und begleitet Juli zum Werktisch.

Unter dem Motto "Bau dir deine Welt" können die Kinder unter Anleitung von Ellen Zipperer (36), zweite Vorsitzende des Waldkindergartens, auf Baumstammscheiben mit Lehm und Naturmaterialien ihre Vorstellung der Welt zusammenbasteln. Marian (6) hat sich den Platz neben dem Lehmbottich gesichert. Mit lehmigen Händen baut er aus Rinde, Moos, Zweigen, Schneckenhäusern und Lerchenzapfen etwas, das an ein Schiff erinnert, in Marians Phantasie aber noch keinen Namen hat. Bevor er die zweite Holzscheibe bearbeitet, muss er pausieren. Es folgt eine Puppenspielaufführung seiner Mama Yvonne Riek (33), Vorstandsvorsitzende des Waldkindergartens. "Eine Raupe dick und blau, kriecht vergnügt im Morgentau", beginnt sie - die Kinder lauschen und lassen sich von der Geschichte fesseln.

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