Mit dem Mundstück geboren

Schon zum dritten Mal hat am Samstagabend die Starkapelle "Vlado Kumpan und seine Musikanten" in Bühlertann gastiert. Der Auftritt hat beim Publikum einen Begeisterungssturm ausgelöst.

|
Solo für vier Trompeten: Vlado Kumpan (von links), Petr Jandasek, Mirek Buresch und Stano Masaryk. Mehr Fotos in der Bildergalerie auf www.hallertagblatt.de Foto: Rainer Richter

Der Ruf der Kapelle ist legendär. Viele Musikvereine reisen mit ihrer ganzen Mannschaft an, um die Europameister der Blasmusik des Jahres 2003 live zu erleben. Die 14 Profis, 13 davon haben ein Instrument oder Musik studiert, erweisen sich als Akrobaten an ihren Instrumenten. Alle sind perfekte Solisten und zelebrieren ihre Auftritte mit viel Witz und Charme. Blödeln und Späße gehören dazu. Ihr Temperament, ihre Schnelligkeit und die Darbietung überzeugen. Allein wie sie ihre Instrumente halten, wie die Finger über den Tasten schweben, das ist sehenswert. Das sehr kundige Publikum weiß das zu schätzen. Kaum ist ihr erstes Stück, die Jany Polka, verklungen, brandet der Beifall auf. Kapelle und Publikum haben sich gefunden.

Ihr Repertoire ist erstaunlich: von Polka, Walzer und Galopp über Tango bishin zu Ländler. Viele Stücke stammen aus der Feder von Miloslav Prochaska, der beim Schlussapplaus denn auch besonders gut wegkam. Das Raunen mancher Zuhörer "da kann ich meine Trompete wegwerfen", angesichts der Brillanz der Darbietung, soll, so Moderator Helmut Kiefer, keineswegs in die Tat umgesetzt werden. Vlado Kumpans Musiker seien Vollprofis, die in berühmten Orchestern spielten und jeden Tag vier bis sechs Stunden übten. Sie seien quasi mit dem Mundstück auf die Welt gekommen. Ob ein Solo für vier Trompeten (Torpedo, Galopp), drei Posaunen (Train) oder ein Solo für zwei Klarinetten mit dem Titel "Franz und Mathias" (Galopp) zu Gehör gebracht wird: Es ist alles brillant. Alle spielen gelöst, locker und mit einer atemberaubenden Leichtigkeit. Sie schaffen es, einen für Blasmusik ungewöhnlich fließenden Sound zu erzeugen. Star des Abends ist Vlado Kumpan, der seiner Solotrompete die höchsten Töne in absoluter Reinheit zu entlocken weiß. Bemerkenswert, das alle Zurufe nach Zugaben sofort erfüllt werden.

Als sich nach viereinhalb Stunden das Ende des Konzertes anzukündigen beginnt, erhebt sich ein Teil des Publikums und belagert die Bühne. In Sprechchören mit rhythmischem Klatschen, einige stehen auf den Stühlen, skandieren "Vlado Kumpan" und fordern Zugaben. Der Meister ist angetan. Lächelnd wird eine Zugabe nach der anderen gespielt. Die Musiker werden nicht müde, eher schon manche Zuhörer. Nach fünf Stunden ist Schluss.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht: Rassismus auf dem Jakobimarkt

Das Amtsgericht verurteilt einen Ordner wegen ausländerfeindlichen Äußerungen. Der 57-Jährige bestreitet die Vorwürfe. weiter lesen