Mit Delfinen schwimmen "Wir für André" hilft 13-Jährigem

Seit mehr als zwölf Jahren hindert André eine spastische Lähmung an vielen Dingen, Aussicht auf Heilung gibt es so gut wie keine. Eine Delfintherapie könnte zu einer Besserung seines Zustandes beitragen.

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André Kloiber-Wagner aus Matzenbach leidet an einer zentralen spastischen Parese. Im Alter von acht Monaten begann die Krankheit.  Foto: 

Der Alltag von André Kloiber-Wagner aus Matzenbach ähnelt dem von vielen Jugendlichen in seinem Alter: Der 13-Jährige fährt morgens um 8 Uhr mit dem Bus zur Schule, kommt um vier wieder nach Hause und sitzt dann am liebsten ein bisschen vor dem Fernseher. Aber er leidet auch an einer zentralen spastischen Parese, wodurch motorische Befehle aus dem Gehirn nicht richtig ausgegeben werden.

"Früher konnte André mit einem Lauflerngerät selbst gehen, erst mit acht Monaten hat die Krankheit begonnen", sagt sein Vater Matthias Kloiber-Wagner. Woher die Krankheit komme, könne man nicht genau sagen. "Es gab sehr viele Untersuchungen, aber sein Gesundheitszustand hat sich immer weiter verschlechtert." So habe Andre beispielsweise Fallhände bekommen, die mittlerweile operiert wurden. Ernährt wird André durch eine Magensonde. "Die Ärzte meinen, dass es kaum Aussicht auf Verbesserung gibt", sagt Kloiber-Wagner. Ziel sei es, dass André irgendwann wieder einen elektronischen Rollstuhl bedienen kann, wie er es früher schon einmal gelernt hat. "Während eines Urlaubes in Italien habe ich mich damals nur einmal kurz umgedreht, und schon war er mit seinem E-Rolli verschwunden", erinnert sich sein Vater. Das Haus wurde eigens dafür behindertengerecht gebaut.

Verständigen kann sich André durch einen speziellen Sprachcomputer. Auf einem Bildschirm erscheinen unterschiedliche Bilder. Wenn er eines dieser Bilder ansieht, wird sein Blick von einer Kamera erfasst. Der PC überträgt den entsprechenden Text auf seine Lautsprecher. Trotz dieser Einschränkungen ist André aber die meiste Zeit sehr fröhlich und lacht beinahe ununterbrochen, einzige Ausnahme: Seine Schwester Leonie, an der er sehr hängt, ist traurig.

Interessiert ist der 13-Jährige vor allem am Fußball. "Er konnte zwar den anderen Kindern immer nur beim Spielen zuschauen, aber auch das hat ihn schon glücklich gemacht", sagt sein Vater, der den Bayern-Fan auch schon mal sonntags auf den heimischen Sportplatz mitnimmt. "Dort habe ich ihn auch das erste Mal gesehen und kennengelernt", erklärt Sebastian Pfisterer. Zusammen mit seiner Schwiegertochter und anderen Interessierten habe er beratschlagt, wie André am besten zu helfen sei. "Uns wurde eine Delfintherapie in der Türkei als sinnvolle Maßnahme vorgeschlagen. Um diese finanzieren zu können, haben wir letztes Jahr im September mit einem Spendenaufruf begonnen", sagt Pfisterer. Alle Spenden gehen dabei zu 100 Prozent an André und seine Familie. Unterstützt wurde das Projekt auch von der Gemeinde. "Insbesondere Bürgermeister Piott hat uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden", betont Pfisterer.

Die Reise in die Türkei beginnt für Familie Kloiber-Wagner im Juni, doch auch danach soll sie finanziell unterstützt werden. "Bis zu unserer Benefizveranstaltung am 21. März kann man noch spenden. Dabei ist die Delfintherapie nur die erste Etappe. Wir möchten dem Jungen das Leben so schön wie möglich machen", sagt Pfisterer.

Zur Therapie passt auch Andrés Vorliebe für das kühle Nass. "Er ist eine richtige Wasserratte. Als wir am Meer waren, wollte er nur während des höchstens Wellenganges hinein", sagt Kloiber-Wagner.

Spendenkonto für André

Bis zum 21. März kann für André noch gespendet werden.

Spendenkonto: Gemeinde Fichtenau,

VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim

DE48 6229 0110 0677 6470 18;

BIC: GENODES1SHA

Verwendungszweck: Spende "Wir für André". Die Eltern und Organisatoren bedanken sich herzlich bei allen Spendern.

SWP

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