Minis und Schweine: Lebende Rennsportgeschichte in Langenburg

"Lebende" Rennsportgeschichte feiert am Wochenende bei der Langenburger Winterrallye Auferstehung. Etliche Oldtimertypen haben in ihren Sportversionen in den 60ern wahre Winter-Schlachten geschlagen.

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  • PS-übermächtig, aber auf Eis und Schnee machtlos: Ford Falcon mit 4,4 Litern Hubraum. Fotos: Privatarchiv Schlüter 1/2
    PS-übermächtig, aber auf Eis und Schnee machtlos: Ford Falcon mit 4,4 Litern Hubraum. Fotos: Privatarchiv Schlüter
  • Überraschungssieger bei der "Monte" 1964: der Ire Paddy Hopkirk auf Mini Cooper mit 92 PS. 2/2
    Überraschungssieger bei der "Monte" 1964: der Ire Paddy Hopkirk auf Mini Cooper mit 92 PS.
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Schon ein flüchtiger Blick auf die Meldeliste lässt die Herzen echter Motorsport-Enthusiasten höher schlagen: Mini Cooper S, Austin Healey, Volvo Amazon, Audi Quattro Coupé und jede Menge Porsche! Einen besonderen Blick verdient ein 50. Jahrestag, denn 1964 begann der sportliche (und kommerzielle) Siegeszug des von Sir Alec Issigonis konstruierten "Mini", der 41 Jahre lang, von 1959 bis 2000, gebaut wurde.

Eine Woche lang kämpften vom 18. bis 25. Januar 1964 der Ire Paddy Hopkirk und sein britischer Beifahrer Henry Liddon gegen schier übermächtige und PS-starke Konkurrenz des schwedischen Rallye-Teams Ljungberg/Sager im amerikanischen Ford Falcon. Das Starterfeld: bunt gemischt. Vom Mercedes 300 SE mit den Deutschen Böhringer und Kaiser über den Saab 96 der Vorjahressieger Carlsson/Palm und die Falcon mit 300 PS aus 4,4 Litern Hubraum bis zum späteren Überraschungssieger Mini Cooper mit seinem 1,1-Liter-Motörchen mit immerhin 92 PS reichte die motorisierte Palette.

Klar favorisiert: Bo Ljungbergs mächtiger Ford. Doch schon auf den ersten Schnee-Etappen deutete sich an, dass nur der Schwede die Leistung des mit Spikesreifen bestückten "Falken" auf die Piste bringen konnte - im Gegensatz etwa zum früheren Formel-1-Weltmeister Graham Hill (mit Co-Pilot Walker), der mit dem Ford auf Schnee und Eis so überfordert war wie die Franzosen Schlesser/Leguezec. In der "Nacht der langen Messer" am Col de Turini sowie auf dem Grand-Prix-Kurs durch Monaco musste die Entscheidung fallen. Ljungberg war mit 16 Sekunden Vorsprung in diese Prüfungen gegangen, ließ sich aber von Hopkirk letztlich noch sensationelle 46 Sekunden abnehmen. Mit diesem Sieg wurde der Mini vollends zur Legende.

Dritter wurde übrigens Eric Carlsson auf Saab 96, einem ebenfalls legendären Rallye-Fahrzeug - das aber heuer in Langenburg fehlt. Carlsson begründete nicht nur die schwedische Rallyefahrer-Tradition, er galt wegen seiner spektakulären Unfälle auch als "Carlsson vom Dach". Ein weiteres schwedisches Auto, der Volvo Amazon, buchte gleichfalls Rallye-Erfolge in den 60er-Jahren. In Langenburg startet die Familie Class aus Ludwigsburg in einem solchen Fahrzeug, dessen Vorgängermodell der urige und unverwüstliche "Buckel-Volvo" P 444 war. Die Zahlen standen übrigens für vier Zylinder, 40 PS und vier Sitze. Der Autor hat solch ein Gefährt übrigens in den 70ern in Schweden testen dürfen. Das damals 21 Jahre alte Auto hatte bereits 460 000 Kilometer mit erstem Motor hinter sich - und fuhr wie eine Eins. Als Rallye-Legenden ebenfalls in Langenburg am Start: ein Ur-Quattro Audi und ein Austin Healey, wegen seiner Bockigkeit auf der Piste gern auch "das Schwein" genannt.

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