Michelbacher feiern "Melap Plus"-Zwischenstand und schnelles Internet

In Michelbach/Lücke ist in den vergangenen Jahren so manches unternommen worden, damit das Dorf wieder erblüht. Wie passend also, dass man am Wochenende erstmals den Michelbacher Frühling beging.

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  • Als Vorsitzender des Fördervereins Bürgerhaus gehörte Dirk Karst - hier an seinem Stand mit Keramik - zu den Organisatoren des ersten Michelbacher Frühlings. 1/3
    Als Vorsitzender des Fördervereins Bürgerhaus gehörte Dirk Karst - hier an seinem Stand mit Keramik - zu den Organisatoren des ersten Michelbacher Frühlings.
  • Von der Kirche bis hoch zur Brauerei Schmetzer waren kleine provisorische Gärtchen angelegt, die zeigen sollten: Schon mit wenig kann viel fürs Ortsbild erreicht werden. 2/3
    Von der Kirche bis hoch zur Brauerei Schmetzer waren kleine provisorische Gärtchen angelegt, die zeigen sollten: Schon mit wenig kann viel fürs Ortsbild erreicht werden.
  • Drückten den Startknopf fürs schnelle Internet (von links): Ortsvorsteher Friedrich Strauß, Joachim Otto (Telekom), Bürgermeisterin Rita Behr, Ministerialdirigent Hartmut Alker und Erster Landesbeamter Michael Knaus. Fotos: Sebastian Unbehauen 3/3
    Drückten den Startknopf fürs schnelle Internet (von links): Ortsvorsteher Friedrich Strauß, Joachim Otto (Telekom), Bürgermeisterin Rita Behr, Ministerialdirigent Hartmut Alker und Erster Landesbeamter Michael Knaus. Fotos: Sebastian Unbehauen
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Nach einem Rundgang durch Metzingen schrieb der große deutsche Humorist Robert Gernhardt einst: "Dich will ich loben: Hässliches, du hast so was Verlässliches." Ähnliches hätte er auch übers Michelbacher Zentrum zu Papier bringen können. Leerstände, Baulücken, fehlendes Grün, Sanierungsstau: All das setzte dem Ortsbild gehörig zu. Doch den Michelbachern war nicht nach einem Lob zumute. Stattdessen packten sie an, und bekamen Unterstützung.

Der Wallhausener Teilort nämlich wurde von der (alten) Landesregierung als Modellort für das Programm "Melap Plus" ausgewählt. Das heißt: Wer in den Ortskern investiert - Ungenutztes abreißt, Baulücken schließt, Barrierefreiheit herstellt - darf mit Förderung rechnen. Rund 382 000 Euro sind in den zurückliegenden Jahren aus Stuttgart nach Michelbach geflossen, mehr als 1,5 Millionen wurden investiert, von Privatleuten und der Kommune. Dieser Zwischenstand wurde am Samstag mit einem Festakt gefeiert. Das Programm übrigens läuft, die Mittel sind nicht ausgeschöpft.

Was erblühen soll, muss nun einmal auch finanziell gegossen werden. Und zwar gezielt - nicht mit der so gerne bemühten Gießkanne. So wurde schon manche Hässlichkeit beseitigt. "Was wir umgesetzt haben, ist eine ganze Menge", sagte der den Prozess begleitende Stadtplaner Markus Schöfl. Schwierigkeiten gibts derweil, wo nicht in Michelbach lebende Eigentümer kein gesteigertes Interesse an der Situation vor Ort haben.

Doch davon will man sich nicht entmutigen lassen - denn auch mit kleinen Maßnahmen kann viel fürs Ortsbild erreicht werden. Das zu zeigen, war den Michelbachern am Wochenende wichtig. So waren in der Hauptstraße provisorisch kleine Gärten angelegt, kleine Bäume nahmen dem dominierenden Grau seine Schwere. Planer Schöfls Ziel ist ein "bewohnter, belebter Straßenraum" - mit Bänkchen neben der Haustür, mit gärtelnden Bewohnern, die dabei automatisch miteinander ins Gespräch kommen.

Belebend war am Samstag auch der Markt vor der Kirche. Dort gab es allerhand Trödel von Michelbacher Dachböden zu erstehen, vor allem aber: Pflanzen. Zwei Gärtnereien boten ihre Waren feil und die Besucher kauften fleißig ein - wer weiß, vielleicht fürs Vorgärtchen und damit fürs Erscheinungsbild des Dorfes. Schöfl würde es sicher freuen, denn ihm sind autooptimierte Brachen ein Dorn im Auge.

Apropos Auto: Ein weiterer gewichtiger Grund zum Feiern für Michelbach war die Eröffnung der ortseigenen Schnellstraße für den Datenverkehr. In der ganzen Ortschaft gibt es jetzt DSL. Auch dieses Projekt wurde bereits vor Jahren angegangen - "jetzt sind wir am Ziel", freute sich Ortsvorsteher Friedrich Strauß. Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum betonte, wie wichtig schnelles Internet heute als Standortfaktor sei.

Michelbach indes ist bald nicht mehr Standort einer Bank. Der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim, Eberhard Spies, traute sich dennoch ins Dorf, schließlich hatte er ein Geschenk im Gepäck. Er übergab der Kommune den Schlüssel zur alten Molkerei und legte das Lagerhaus obendrauf. Kurzum: Der Samstag war wahrlich kein schlechter Tag für die Ortschaft an der Lücke.

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