Menschliches, Tierisches und ein Sahnehäubchen

Seit 100 Jahren wird in Obersteinach im Verein gesungen. Diesen runden Geburtstag will der Liederkranz über das Jahr hinweg groß feiern. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildeten am Wochenende die Jahresfeiern.

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Die Überraschung des Männerchors Obersteinach gelingt: Acht Mitglieder spielen, zu sehen sind allerdings nur vier. Foto: Claudia Kern-Kalinke

Wenn Obersteinach feiert, wird es eng. Dann sind Parkplätze und Stühle knapp. In vier ausverkauften Aufführungen mit jeweils 120 Zuschauern geht die turbulente Jahresfeier über die winzige Bühne im Gemeindehaus. Ein Schnitzel nach dem anderen passiert die Mini-Küche, damit die Besucher neben kurzweiliger Unterhaltung auch leckeres Essen bekommen.

Wegen der Parkplatznot kam Frau Steinach fast zu spät zu ihrem Choreinsatz. "Herr Ober, fahren Sie schon mal das Auto weg!", forderte sie ihren Kollegen auf. Die beiden Moderatoren, Monika Fischer und Manfred Betz, führten wieder humorvoll durchs Programm, manchmal mit ziemlich spitzer Zunge.

Von ihnen erfuhren die Zuhörer, dass der Liederkranz 100 Jahre alt wird, im Juni beim Heimatfest weiterfeiert und das Jubiläumsjahr im November mit einem großen Chorkonzert in der Stadthalle Ilshofen krönt. Das neue Outfit - schwarz mit türkisblauen Schals und Krawatten - hätten sie sich auch extra zum Jubeljahr zugelegt.

So viele Chöre und junge Gruppierungen gehören inzwischen zum Verein, dass bei den Jahresfeiern gar nicht mehr alle auftreten können. Neben dem gemischten Chor unter der bewährten Leitung von Cornelius Weller gab sich der Männerchor mit seiner neuen Dirigentin Lydia Jelesarof die Ehre. Achim Reinhardt begleitete die Sänger am Klavier. Besonders viel Applaus ernteten die coolen "Boys in Black" und die gefühlvollen "Young Voices". Ob auf Deutsch oder Englisch - flotte Songs wurden mit hörbar guter Laune interpretiert.

Mit ihrer Überraschungseinlage hatten acht Mitglieder des Männerchors die Lacher auf ihrer Seite. Zu sehen waren allerdings nur vier, und zwar als Kleinwüchsige, die urkomische Tänze zeigten. "Na, hat des ned Hand ond Fuß ghäd", lobte Frau Steinach, obwohl auch sie nicht wirklich zuordnen konnte, wem nun welche Hand gehörte und ob die Füße alle an der richtigen Stelle angewachsen waren.

Allerlei Missgeschicke aus der Nachbarschaft griffen "DSchdoanicher Schdammdischbriader" auf und breiteten sie genüsslich vor dem Publikum aus. Klaus Fischer, Manfred Betz und Bernhard Grüb hatten Dank ihrer Weltuntergangsschutzanzüge den 21. Dezember überlebt. Heidi Kastenholz fand ein fesches Dirndl angemessener. Alle zusammen lästerten sie über Tierisches und allzu Menschliches von der Bundesrammlerschau bis zur Bank, die sich mit Schweinen in Verbindung bringt.

Mit einem witzigen Theaterstück um Opa Hämmerle, der gern eine dubiose 0190er-Nummer wählt, um Damenstimmen zu hören, setzte eine quirlige Theatergruppe dem amüsanten Abend das Sahnehäubchen auf. Zweimal war der Gemeindesaal schon gut gefüllt. Zwei weitere Durchgänge folgen heute und morgen.

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