Mehr Winter als Frühling

"Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt" heißt ein schönes Kinderlied. Davon war dieses Frühjahr nichts zu sehen - nicht nur, weil Bauern heute Traktoren fahren, sondern vor allem, weil es zu kalt war.

|
Bei Großaltdorf: Alles steht bereit für den Frühling.  Foto: 

Mancher wird noch die Tage zwischen dem 5. und 10. März in Erinnerung haben: In der Haller Innenstadt kamen einem lächelnde Menschen entgegen. In den Straßencafés gab es keine freien Plätze, auf dem Spielplatz am Unterwöhrd hüpften fröhliche Kinder. Der Grund: Nach langen, kalten und sehr trüben Wintermonaten war es warm, am blauen Himmel strahlte die Sonne. Doch das Glück weilte nur wenige Tage. Im zweiten Monatsdrittel sank die Temperatur vom Temperaturmaximum in Höhe von 19,2 Grad am 8. März auf minus 7,8 Grad am 14. März. "Der März war mehr Winter als Frühling", zieht deshalb Martin Melber in seiner privaten Wetterstation in Westheim Bilanz. Im Vergleich zu anderen März-Monaten war es deutlich zu kalt - wenn auch nicht rekordverdächtig.

"In der ersten Dekade schien die Sonne rund 70 Stunden, mehr als im gesamten Januar und Februar zusammen", analysiert der Wetterexperte. Der Grund für den Kälteeinbruch: "Nach dem 10. März verlagerte sich eine markante Kaltfront langsam in unsere Region. Danach war Wintertristesse angesagt mit häufigen Niederschlägen - oft als Schnee oder Schneeregen", so Melber. "Dennoch war der März zu trocken." Die Monatsmitteltemperatur lag bei 2,3 Grad - das langjährige Soll liegt bei 3,8 Grad. In der 28-jährigen Chronik Melbers gibt es nur noch zwei kältere, 1996 mit 1,8 Grad und der kälteste März 1987 mit einem Mittel von 0,8 Grad. Übrigens: Der März 2013 war nur ein Zehntel wärmer als der Dezember 2012.

Schneedecke bis zu sechs Zentimeter

Die Monatshöchsttemperatur wurde am 8. März mit 19,2 Grad abgelesen. Fünf Tage später stürzte die Temperatur um über 20 Grad ab. Am 13. betrug der Höchstwert -1,5 Grad - der einzige Dauerfrosttag. Der März brachte 23 Frost- und 24 Bodenfrosttage. Nur 1996 gab es noch einen Frosttag mehr.

Messbarer Niederschlag fiel an 15 Tagen, die Gesamtmenge betrug 43,1 Liter pro Quadratmeter. Das sind nur 63 Prozent des langjährigen Normalwertes von 68 Litern. An fünf Tagen fiel Schnee pur, an acht Tagen Schneeregen. Die größte Tagesmenge ging am 18. März mit 9,6 Litern pro Quadratmeter nieder.

An neun Tagen lag eine Schneedecke mit bis zu sechs Zentimetern. Nur viermal in den vergangenen 28 Jahren lag der Schnee noch länger: Den Rekord hält der März 2005 mit 15 Schneetagen und 24 Zentimetern Schneehöhe. Dieses Jahr stufte Melber drei Tage als heiter und 17 Tage als trüb ein, die Sonne schien etwa 80 Prozent des Solls.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Nach Flucht vor Schiiten-Miliz: Ein sicheres und freies Leben

... aber hält es? Suha Alibrahim ist mit ihrer Familie aus dem im Irak geflohen. Sie arbeitet als Bundesfreiwillige in Hall. weiter lesen