Mehr als nur Schulen gesehen

In Mainhardt kennt man die Nachfolgerin von Schulleiter Helmut Kaiser bereits: Christine Kuhn unterrichtet seit neun Jahren an der Hauptschule. Die Ferien nutzt sie, um sich auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

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Christine Kuhn im Gespräch mit Helmut Kaiser. Ab September wird Kuhn die Nachfolge des langjährigen Schulleiters der Mainhardter Helmut-Rau-Schule übernehmen. Sie unterrichtet seit 2004 in Mainhardt. Foto: Marc Weigert

Sie sind Geschwister im Geiste: Auf die Frage, was er im Ruhestand vermissen wird, meinte jüngst Helmut Kaiser "Die Schüler." Gleichlautend die Antwort von Christine Kuhn auf die Frage, auf was sie sich nach den Ferien freut: "Die Schüler." Auch die Biografien der beiden weisen Parallelen auf: Beide kommen über den zweiten Bildungsweg.

Christine Kuhn (47), Mutter von vier Kindern, wird ab Herbst die Helmut-Rau-Schule leiten. Wichtigste Aufgabe neben der Leitung der Grund-, Haupt- und Realschule: mit ihrem Kollegium und der Gemeinde ein zukunftsfähiges Konzept für die weiterführende Schule entwickeln. Der Grund: An der Hauptschule sinkt die Schülerzahl dramatisch. Will die Flächengemeinde ihren Familien nicht nur eine Realschule anbieten, müssen die Weichen gestellt werden. "Der Weg wird in Richtung Gemeinschaftsschule gehen", ist sich Christine Kuhn sicher, die Beschlüsse der Gremien stehen noch aus. Wichtig sei ihr "eine solide Vorbereitung und eine Prozessbegleitung in Zusammenarbeit mit der AIM". AIM ist die Heilbronner Akademie für Bildung und Management.

Dass die Vorbereitung solide sein wird, darauf werden sich die Gemeinderäte verlassen können, spricht doch Christine Kuhns Werdegang deutliche Sprache, dass sie gut organisieren und vermitteln kann: Wer mit vier Kindern ein Studium auf die Reihe bekommt und anschließend eine Vollzeit-Berufstätigkeit, muss das können.

Christine Kuhns Weg war kein gerader. Zwar lautete schon in der Grundschule ihr Berufswunsch Lehrerin, doch nach der Mittleren Reife lernte sie erst einmal den Beruf der Druckvorlagenherstellerin in einem Verlag und arbeitete anschließend sechs Jahre in ihrem erlernten Beruf. Ihre erste Tochter Eve wurde in dieser Zeit geboren. Über die Eignungsprüfung, mit der Begabte ohne Abitur den Zugang zur Hochschule bekommen können, gelangte sie an die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd. Dort studierte sie Mathematik, Heimat- und Sachunterricht sowie Anfangsunterricht. Es folgten in dieser Zeit die Geburt der Kinder Niklas, Aenne und Jule. Vater der Kinder ist Jürgen Kuhn, Diplom-Forstwirt in Wüstenrot - mit ihm kam die Familie in den Mainhardter Wald.

Nach Stellen in Wüstenrot und Neuhütten arbeitet Kuhn seit 2004 in Mainhardt. Dabei hat sie nicht nur unterrichtet, sondern sich auch schon früh im Schulleitungsteam eingebracht und hat die Ausbildung der Schülermentoren geleitet. "Schüler auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen bereitet mir immer wieder Freude." Die Schüler sollen sich wohl fühlen und fachlich anspruchsvollen Unterricht erleben und mitgestalten, sagt sie. Damit ab September alles rund läuft, wird Christine Kuhn (abgesehen von zehn Tagen Urlaub) die Ferien nutzen, um sich vorzubereiten. Nach der Schulleiterfortbildung in dieser Woche und der Planung der Stundenpläne für Lehrer und Klassen steht das Ausarbeiten weiterer Konzepte an. Und an welche Aufgaben, Herausforderungen denkt Christine Kuhn mit Bammel? "Ich hab Respekt vor dem Amt", sagt sie, sie wolle der Verantwortung, die damit verbunden ist, gerecht werden.

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