Maßarbeit für Pferd und Reiter

Mitten in Westheim hat Horse Gear Innovations seine Werkstatt. Zwar werden vorwiegend Sättel und Reitzubehör hergestellt, aber auch Bogenschützen oder Hundefreunde finden dort Lederwaren.

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  • Peter Eisenmann arbeitet an einem neuen Sattel. Auf dem Bock dahinter ist ein fertiger Sattel zu sehen. Auf der Werkbank (links) liegt ein hölzerner Sattelbaum. Foto: Katharina Gottschalk 1/2
    Peter Eisenmann arbeitet an einem neuen Sattel. Auf dem Bock dahinter ist ein fertiger Sattel zu sehen. Auf der Werkbank (links) liegt ein hölzerner Sattelbaum. Foto: Katharina Gottschalk
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Wer das Geschäft betritt, hat den angenehmen Lederduft sofort in der Nase. Kein Wunder, denn die Werkstatt ist offen und direkt vom Verkaufsraum einzusehen. Jeder Besucher kann den Angestellten beim Arbeiten über die Schulter schauen. Es wird gehämmert und genäht, die Nähmaschine arbeitet sich durch Leder und Filz - in einem Durchgang. "Unsere Nähmaschinen sind sehr schwer, nicht wie die normalen für den Hausgebrauch. Da kann man mal leicht und ohne Schwierigkeiten Material von drei Zentimetern und mehr zusammen nähen", erklärt Peter Eisenmann. Spezielle, dicke Nadeln werden dafür benutzt sowie Faden aus Polyester.

"Die Grundtechnik dieser Maschinen hat sich in 100 Jahren kaum verändert", fügt Eisenmann noch hinzu und setzt sich selbst an die Maschine, um zu demonstrieren, was sie kann. Am liebsten aber baut er Sättel. "Zum einen, weil ich selbst Reiter bin. Zum anderen, weil ich den Pferden etwas Gutes tun will - die Passform des Sattels soll perfekt für das Pferd sein."

Für jeden neuen, handgefertigten Westernsattel wird zunächst der Rücken des Pferdes vermessen. Dafür wird ein spezielles Verfahren angewendet mit dem Pferderückenvermesser Equiscan. "Außerdem möchte ich das Pferd auch immer in der Bewegung sehen", sagt Peter Eisenmann.

Wenn er die genauen Daten des Pferderückens hat, schickt er diese an einen befreundeten Händler, der für ihn den so genannten Sattelbaum aus Holz fräst. Ist dieser geliefert, geht es in der Westheimer Werkstatt weiter. Der Sattelbaum wird mit Leder bezogen. Dafür verwendet die Manufaktur Rindsleder aus Süddeutschland. Jedes weitere Teil wird in Handarbeit hergestellt. "Klasse statt Masse" heiße das Konzept, betonen die beiden Inhaber Thomas Scherzer und Peter Eisenmann.

Seit 1988 gibt es die Sattlerei, damals gegründet von Ledertechniker Peter Eisenmann. Seit 1997 ist sie in Westheim ansässig. In die aktuellen Verkaufsräume zog die Werkstatt vor eineinhalb Jahren ein. Eisenmann und Scherzer wollen mit der Qualität der Verarbeitung und der zu verarbeitenden Materialien im Wettbewerb trumpfen. "In der Lederbranche zu bestehen, ist ein harter Kampf. Viel wird günstig importiert", bedauert Thomas Scherzer. Das ist auch ein Grund, warum in Westheim nur Westernsättel gebaut werden. "Bei den englischen Sätteln ist der Markt viel zu überlaufen." Deshalb werden diese bei Horse Gear nur repariert, aber nicht hergestellt. Ein handgefertigter Westernsattel wiegt schnell an die 14 Kilogramm. Es dauert zwischen 40 und 50 Stunden, bis er fertig ist. Der Kunde kann wählen zwischen drei Kammergrößen, drei Sitzgrößen, dem verwendeten Holz, der Farbe der Sitzfläche oder den Steigbügeln. Peter Eisenmann und Thomas Scherzer sind überzeugt, dass ihre Lederwaren ewig halten. "Ich habe den Gürtel, den ich gerade trage, seit 20 Jahren. Und er hält immer noch", sagt Scherzer lächelnd. "Leder ist ein toller Werkstoff."

www.horsegear.de

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