Marode Kocherbrücke gesperrt

Seit Dienstag ist die Kocherbrücke der Kreisstraße 2596 bei Wilhelmsglück aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wie lange die Sperrung dauert und wie es weiter geht ist noch völlig offen.

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So sieht's aus an der Kocherbrücke der Kreisstraße 2596 zwischen Hirschfelden und Uttenhofen. Die Schäden sind deutlich zu erkennen. Die Brücke ist seit ein paar Tagen für den motorisierten Verkehr gesperrt.  Foto: 

In einer am Freitag verschickten Pressemitteilung spricht das Landratsamt von "Spannungsrisskorrosion" an der 1958 gebauten Brücke zwischen Hirschfelden und Uttenhofen. Es könne ein plötzlicher Bruch der tragenden und vorgespannten Bewehrungsstähle nicht mehr ausgeschlossen werden. "Bisher konnte die Brücke mit auf sechs Tonnen eingeschränkter Verkehrslast noch in Betrieb gehalten werden", schreibt das Landratsamt. Die Substanz der Brücke habe sich aber in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Daher habe das Amt für Straßenbau und Nahverkehr neben den regelmäßigen Brückenprüfungen zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen angeordnet.

In der vergangenen Woche war es wieder so weit. Dabei ist festgestellt worden, dass sich die Schäden an der Tragkonstruktion des Überbaus über den Winter weiter verschlimmert haben. Die Stahlbewehrung rostet und verliert so immer mehr an Stabilität. "Nach Abwägung aller bekannten Gesichtspunkte kann ein plötzliches Versagen nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Brücke könnte durch den Verkehr zusammenbrechen und muss deshalb gesperrt werden", teilt das Landratsamt mit. Die Entscheidung fiel schon am vergangenen Montag, tags drauf wurden die verkehrsrechtliche Anordnung zur Sperrung für den motorisierten Verkehr erteilt und die Gemeinden Michelbach und Rosengarten telefonisch in Kenntnis gesetzt. "Die Sperrung wird sich aller Voraussicht nach längere Zeit hinziehen. Eine einfache Stabilisierung der Brücke ist technisch nicht möglich", so schließt die Mitteilung des Landratsamts.

Der in der Pressemitteilung angegebene Zeitrahmen ist für Rosengartens Bürgermeister Jürgen König zu unspezifisch. Diese "längere Zeit der Sperrung" könne doch sicher in Form eines groben Zeitplans konkretisiert werden, meint er. "Die Anlieger und auch der Gemeinderat werden konkretere Angaben fordern", sagt König. Das Landratsamt als Eigentümer der Brücke müsse jetzt "in die Gänge kommen". Nach seiner Erfahrung komme eine Sanierung der Brücke auf mindestens 50000 Euro. Ihm war es klar, dass es über kurz oder lang an der Brücke zu solchen Problemen kommen würde.

Michelbachs Bürgermeister Werner Dörr ist nach Bekanntgabe der Sperrung aus allen Wolken gefallen. "Das kam für uns völlig überraschend", sagt Dörr. Es müsse sich jetzt schnell etwas tun. Die Brücke sei für Michelbacher Landwirte enorm wichtig: "Wenn die jetzt über Westheim fahren müssen, sind die ja stundenlang unterwegs." Außerdem sei die Strecke die direkteste Verbindung von Michelbach in den Haller Westen und das Einkaufsgebiet Kerz. "Ich habe schon ein Schreiben an Landrat Gerhard Bauer aufgesetzt, in dem ich darauf dränge, dass jetzt schnell über eine zeitnahe Sanierung nachgedacht wird", so Dörr. Ihn ärgert auch die Informationspolitik des Kreises. Man habe ihm bei der telefonischen Bekanntgabe der Sperrung eine schnellere Information der Öffentlichkeit versprochen. Nun habe er die Sorge, dass sich erst einmal nichts tue. Das sei dann für die Gemeinde Michelbach der "worst case".

Aus dem Landratsamt heißt es auf Nachfrage, dass momentan die Kosten ermittelt würden. Genaueres konnte man aber noch nicht sagen. Daher ist auch noch völlig unklar, ob es zu einer umfangreichen Sanierung oder zu einem Neubau der Brücke kommt. Klar ist zurzeit nur, wie es auf Gremienseite weitergeht. "In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik im Februar wird über die weitere Vorgehensweise entschieden", sagt Simone Bocher-Hohenstein aus der Pressestelle des Landratsamts.

"Bis dahin müssen wir mit der Sperrung leben", meint Bürgermeister König. Sein Kollege Dörr unterstreicht noch einmal, dass die Sache jetzt schnellstmöglich von den Gremien des Landkreises beraten und beschlossen werden müsse, damit geplant werden kann. "Dass erst in einem halben Jahr etwas passiert, kann nicht sein", so Dörr.

Info Eine Umleitung für den Autoverkehr erfolgt über die Bundesstraße 19 und die Landesstraße 1055 von Uttenhofen nach Westheim und Hirschfelden. Für Fußgänger und Fahrradfahrer ist die Brücke noch passierbar.

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