Manfred Köger aus Mittelfischach gibt Wahlkreis-Vorsitz ab

Nach 28 Jahren hat Manfred Köger aus Mittelfischach den Vorsitz der Imker in Hohenlohe abgegeben. Den Bienen bleibt er aber treu, immerhin hat er zwölf Völker. Sein Motto: "Imkern heißt lebenslanges Lernen."

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Manfred Köger mit Imker-Pfeife und Bienenwabe: Bald wird der Mittelfischacher wieder regelmäßig seine Völker kontrollieren. Archivfoto: Richard Färber  Foto: 

"28 Jahre sind eine lange Zeit", sagt Manfred Köger. Im Landesvorstand der Württembergischen Imker sei er längst der Dienstälteste. Außerdem sei er froh, mit Andreas Grathwohl aus Öhringen jemanden gefunden zu haben, bei dem er das Amt in guten Händen weiß. Und so endete kürzlich beim Seminartag des Imker-Wahlkreises Hohenlohe-Schwäbischer Wald in Geislingen am Kocher auch eine Ära.

Es begann alles mit einem gelandeten Schwarm

Obwohl, die eine oder andere Aufgabe könne schon noch auf ihn zukommen, vermutet Köger schmunzelnd. Überdies ist er weiterhin Vorsitzender des Bezirksimkervereins Gaildorf. Dieses Amt hat der gebürtige Gaildorfer seit 33 Jahren inne. Und wie hat das mit der Imker-Leidenschaft bei Köger eigentlich angefangen? Vor vielen Jahren mit einem Bienenschwarm in seinem Garten, den der imkernde Schwager einsammelt und meinte: "Der gehört dir." Zwei Jahre später war Köger Vorsitzender der Imker in Gaildorf.

An der Natur sei er schon immer interessiert, erzählt Köger. Aber in der Zeit als der gelernte Elektromechanikermeister als Montageingenieur viel unterwegs war, wäre die Imkerei schwierig gewesen - "obwohl es mein Schwiegervater gerne gesehen hätte". Als Köger 1981 in der Beschützenden Werkstätte anfing, stand den Bienen dann quasi nichts mehr im Weg. Aus dem Mittelfischacher wurde ein engagierter Imker.

Mit dem Volk aus seinem Garten fing er an, zeitweise hatte er mehr als 20 Völker, seit Jahren ist er konstant bei zwölf. Ein Bienenkasten steht nah am Haus: "Es ist einfach schön, morgens nach dem Aufstehen gleich nach den Bienen zu sehen." Die anderen Völker haben Waldrand-Standorte: "Selbst wenn nur ein Kilometer dazwischen liegt, die Bedingungen sind völlig unterschiedlich." Entsprechend muss der Imker reagieren, sammelt so viele Erfahrungen: "Imkern heißt lebenslanges Lernen", ist Köger überzeugt. Genau das macht für ihn die Faszination des fleißigen Insekts aus: die Explosion einer Population von 8000 auf 40000 Bienen in wenigen Wochen, das Innenleben im Stock, die Spezialisierung der Bienen auf bestimmte "Berufe", das wuselige Treiben am Flugbrett oder das Wissen, dass der Garten vor allem wegen der Bienen blüht. Man brauche schon gewisse Antennen, "sonst wird es nichts mit dem Imkern".

Bei Köger ist's sehr wohl was geworden. Mit Herzblut setzt er sich seit jeher dafür ein, neue Imker zu gewinnen und das Wissen um den "Echten Deutschen Honig" weiterzugeben. Speziell für die Region entwarf er das Zusatzetikett "Premiumhonig" mit hohen Qualitätsstandards - und mit Erfolg. Die Verdienste des 71-Jährigen um die Imkerei und sein ehrenamtlicher Einsatz sind vielfältig. Alle zwei Jahre organisiert der Bienenzüchter den Imkertag im Freilandmuseum Wackershofen. Im Landesverband schulte er beispielsweise Vereinsvorstände. Seit zehn Jahren organisiert und begleitet er zudem Studienreisen rund ums Mittelmeer.

Inzwischen braucht die Biene auch den Menschen

In Referaten macht er die Öffentlichkeit auf die besondere ökologische Rolle der Biene aufmerksam: Früher habe man gesagt, die Biene könne ohne den Menschen überleben, aber nicht der Mensch ohne die Biene, sagt Köger. Inzwischen sei das leider anders: Ohne den Menschen, ohne den Imker, stünde die Biene auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Intensive Landwirtschaft, chemische Pflanzenschutzmittel oder eingeschleppte Schädlinge wie die Varroa-Milbe sind nur einige Gründe. Köger verzagt dennoch nicht: "Man muss lernen, auch mit der Varroa-Milbe umzugehen." An den Bienen lernt man eben nie aus.

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