Diamanthochzeit: Man muss auch mal nachgeben können

Ehepaar Kurz aus Schrozberg feiert heute Diamanthochzeit. Sie hatten sich beim Turnen kennen und lieben gelernt.

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Nach 60 gemeinsamen Jahren immer noch glücklich: Karl und Lydia Kurz stehen vor einer selbst gebauten Standuhr.  Foto: 

Dass aus einfachen Rezepten meist die besten Ergebnisse resultieren, beweisen Karl und Lydia Kurz aus Schrozberg. Die Jubilare feiern heute ihren 60. Hochzeitstag. Ihr Tipp für eine glückliche Ehe: „Beide müssen in einer Beziehung etwas nachgeben können“, sagt die 80-Jährige.

Sie kommt ursprünglich nicht aus der Region. „Meine Frau ist gebürtig von Duisburg und wurde während des Krieges evakuiert“, erklärt ihr Mann. Lydia Kurz wurde gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrer Mutter aufs Land geschickt. „Als mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft kam, war unser Haus in Duisburg zerstört.“ So beschlossen sie, in Niederstetten zu bleiben.

Von Duisburg nach Hohenlohe

Dort haben sich die beiden dann beim Turnen kennengelernt. Zuvor waren sie schon auf derselben Schule in Niederstetten. „Wir haben damals ziemlich schnell geheiratet. Ich wollte ja nicht, dass sie mir ein anderer wegschnappt“, sagt Karl Kurz. Gefeiert wurde im Ochsen in Niederstetten. „Den gibt es heute schon gar nicht mehr. Die Hochzeitsfeier war damals noch nicht so groß und pompös wie die heutigen.“

Anschließend sei man zusammengezogen. „Bei Oma war damals noch eine Wohnung frei.“ Ihr Sohn Hans-Karl wurde dann 1958 geboren. „Den Namen hat er von seinen Großvätern“, erklärt der 83-Jährige.

Vor rund 40 Jahren wollten die beiden dann in Niederstetten bauen. „Wir haben ein Haus bei der Lotterie „Ein Platz an der Sonne“ gewonnen.“ Gerade einmal fünf Mark habe das Los damals gekostet, dass Lydia Kurz gekauft hatte. Aber es gab Probleme mit einer Genehmigung für Fertighäuser. „Also haben wir das Haus in Schrozberg gebaut.“ Dort sei die Erlaubnis sofort erteilt worden.

Haus für fünf Mark

Ganz so einfach sei es dann aber doch nicht gewesen. „Das Haus kam aus Hamburg und der Rohbau war in Ordnung.“ Aber die sonstige Ausstattung, wie beispielsweise die Fenster, waren lediglich Standard-Ausführungen. „Wir mussten dann noch mal eine ganze Menge investieren.“

Gereist ist das Ehepaar auch. „Am Anfang noch mit dem Zelt. Später haben wir uns dann einen Wohnwagen gekauft.“ Mit dem seien die beiden an den verschiedensten Orten gewesen, vom Nordkap bis Sizilien. „Überall, wo wir waren, war es schön.“ Ihren letzten, den fünften Wohnwagen haben die beiden in diesem Jahr verkauft.

Ihre diamantene Hochzeit feiern die beiden heute im kleinen Kreis. Das HOHENLOHER TAGBLATT gratuliert herzlich und wünscht alles Gute und einen schönen Festtag.

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