Mängelbericht fürs Dieselross

Die Handgriffe sitzen, Stefan Eichele ist routiniert. Seit knapp zehn Jahren fährt der Tüv-Prüfer aus Hessental bei der Zugmaschinen-Aktion in verschiedene Gemeinden im Landkreis. Jetzt war er in Vellberg.

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Tüv-Prüfer Stefan Eichele nimmt das Fahrzeug unter die Lupe. Auf dem Traktor sitzt Heinz Kraft. Sein Schlepper ist stolze 50 Jahre alt. Foto: Isabel Stettin

Am Morgen war Stefan Eichele in Sulzbach-Laufen, jetzt warten drei Maschinenbesitzer vor dem Vellberger Rathaus auf die Hauptuntersuchung ihrer Traktoren. Peter Traub aus Vellberg und Walther Schuch aus Merkelbach sind mit ihren Schleppern angetuckert. Beide lassen je zwei Fahrzeuge kontrollieren. Nachdem die erste Maschine geprüft und auf dem Nummernschild die neue Plakette prangt, fahren sie nach Hause und holen den nächsten. Weit haben sie es nicht, das ist der Vorteil. Die Schlepper-Besitzer schätzen den Service und die kurze Strecke zur Kontrolle. "Für uns ist es optimal, dass wir nicht extra zum Tüv fahren müssen", sind sich die Männer einig. "Es ist eine Erleichterung, dass der Prüfer kommt."

In aller Ruhe kontrolliert Eichele, ob die Fahrzeuge verkehrstauglich sind. Er und die Vellberger Traktorbesitzer kennen sich von den Prüfungen in den Vorjahren. Die Männer wissen, was wichtig ist, haben ihre Maschinen in Schuss gebracht.

"Mein Traktor hat neue Reifen bekommen", erzählt Heinz Kraft. Sein Schlepper hat beachtliche 50 Jahre auf dem Buckel. Blitzblank und sauber steht er für die Rundumkontrolle bereit. Eine vorherige Instandsetzung vermeidet die Nachprüfungen. Die meisten Besitzer kümmern sich darum, dass die Maschinen in Schuss sind. Dennoch gebe es immer wieder Einzelfälle, in denen er die Plakette nicht auf Anhieb geben kann, sagt Eichele. Sind Mängel feststellbar, prüft er in der Regel einige Wochen später, ob sie behoben sind. Üblicherweise stimme dann alles.

Kraft und Traub nutzen ihre Fahrzeuge für die Arbeit im Wald und beim Holzmachen, Schuch betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb.

"Jetzt den Blinker setzen und die Reifen drehen", gibt Eichele Anweisungen. Schuch lässt den Motor an und fährt einige Meter vor. Er lenkt, blinkt links und rechts, bremst ab. Alles in Ordnung. Auch für seinen zweiten Traktor gibt es die Prüfplakette. Lichter, Reifen und Lenkrad werden genau begutachtet. Einige Zeit braucht Eichele pro Traktor. "Je nach Zustand und Alter des Fahrzeugs dauert es länger", meint er. "Und je nach Wetter", scherzt er angesichts der frostigen Temperaturen. Am Ende bekommt jeder seinen Mängelbericht, wie bei der PKW-Prüfung auch. Im Eingangsbereich des Rathauses baut Eichele sein mobiles Büro auf, um die Scheine auszudrucken.

Bei größeren Betrieben mit mehreren Maschinen wird die Prüfung auf dem Hof vollzogen. Die Sammeltermine gibt es seit Jahren, um den Fahrzeughaltern den Weg zur Prüfstelle zu ersparen. "Das macht der Tüv schon ewig", sagt Eichele. Der Standort Vellberg gehört mit fünf geprüften Traktoren zu den kleinsten.

"Mal sind es mehr, mal weniger", erklärt Eichele mit Blick auf die letzten Jahre. In Ottendorf kontrolliert er bis zu 30 Maschinen. Die Schlepper-Besitzer bekommen dort Termine zugeteilt. Über die Jahre habe es in vielen Gemeinden einen Rückgang gegeben. Andererseits seien in einigen Orten, etwa im Raum Mainhardt und Hütten, tendenziell mehr Fahrzeuge hinzugekommen, so der Prüfer. Darunter seien vor allem Liebhaberfahrzeuge.

Die Vellberger Traktorbesitzer atmen erleichtert auf. Mit neuen Plaketten rollen sie nach Hause. Nach einer Stunde ist Eicheles Termin beendet. Die letzte Station für heute ist geschafft.

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