Lust an Farben und Formen

Im Sommer arbeitet Roswitha Schäfer in ihrem Atelier "Kunst und Werk im Ochsen Vellberg", im Winter nutzt sie das Licht im heimischen Wintergarten. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht künstlerisch aktiv ist.

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Roswitha Schäfer malt und zeichnet, sie stellt Collagen und Plastiken her und fertigt Druckgrafiken an. Die Bildhauerei, die sie lange Zeit intensiv betrieben hat, kann die freischaffende Künstlerin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Trotzdem spielen Steine noch immer eine zentrale Rolle in ihren Werken. Die Serie "Kie-sel-stein" ist ein aktuelles Lieblingsthema der 63-Jährigen. "Ich arbeite gern in Serien", erklärt sie, und fährt fort: "Wenn ich ein neues Thema habe, beschäftige ich mich eine Zeitlang damit. So entstehen verschiedene Variationen." Als Inspiration für die künstlerische Auseinandersetzung dienen die Natur und die Elemente, manchmal auch Farben oder Formen.

Die gelernte Industriekauffrau kam schon früh mit der Kunst in Berührung. "Mein Vater war Stadtmaler in Hamburg. Als Kind habe ich viel Zeit in seinem Atelier verbracht, dort etwas gemalt und seine Farben sortiert", erzählt die Künstlerin. Ihre ersten eigenen Arbeiten sind Zeichnungen - Portraits von Menschen aus ihrem Umfeld. In der Nähe von Freiburg hatte Roswitha Schäfer ihre erste künstlerische Begegnung mit Angelika Kahn-Leonhard. Bei der nächsten Station im Remstal gab sie bereits selber Kurse an der Volkshochschule. Mit dem Umzug nach Schwäbisch Hall im Jahr 1988 nahm die mittlerweile dreifache Mutter ein Studium an der dortigen Akademie der Künste auf. "Das war eine wichtige Station für mich. Hier habe ich das breite Spektrum an Bildhauerei, Malerei und Druckgrafik gelernt", erzählt sie.

Die Vermittlung von Kunst spielt neben dem eigenen Kunstschaffen eine ebenso wichtige Rolle in Roswitha Schäfers Leben. Seit 20 Jahren gibt sie Kurse an der Volkshochschule Schwäbisch Hall, acht Jahre unterrichtete sie Kinder an der Hector-Kinderakademie Schwäbisch Hall, nun leitet sie auch an der Ländlichen Heimvolkshochschule in Hohebuch Kunstkurse. "Der Austausch mit anderen Menschen ist mir wichtig - auch für meine eigene Kunst. Ich mag es, anderen Tipps und Ideen mit auf den Weg zu geben, ohne ihre Kreativität dabei auszubremsen", erklärt die Dozentin.

Seit 2000 lebt Roswitha Schäfer mit ihrer Familie in Vellberg. Im Jahr 2006 formierte sich unter ihrer Leitung eine Gruppe von Künstlern aus Vellberg und Umgebung, um das historische Städtle mit Kunst zu beleben. Es entstand die "Straßengalerie unter blauem Himmel", die mittlerweile ein Vellberger Markenzeichen geworden ist. Jedes Jahr stellen die Künstler von Juni bis Oktober im historischen Ortskern ihre Werke aus - frei zugänglich für jedermann, zum Anfassen und manchmal auch zum Draufsetzen. In diesem Sommer wehten Fahnen über den Marktplatz. "Das Motto für 2013 steht auch schon fest", verrät die Initiatorin der Freiluftausstellung, "19 Künstler werden sich mit dem Thema Bank beschäftigen. Da wird es sicher wieder viel Kreatives und Überraschendes zu sehen geben."

Roswitha Schäfer ist Mitglied im Kunstverein Schwäbisch Hall und im Bartensteiner Kreis. Ihre Werke zu zeigen, ist ihr ein Anliegen. "Es macht für mich keinen Sinn, die Kunst nur für sich selber zu produzieren. Durch Ausstellungen entstehen meist neue Kontakte und es gibt einen fruchtbaren Austausch - das gehört für mich zur Beschäftigung mit der Kunst dazu", sagt die 63-Jährige. Deshalb stellt sie immer wieder gern ihre Bilder und Objekte öffentlich zur Schau - so wie gerade im Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Crailsheim.

Info Die Ausstellung der überwiegend neuen Arbeiten von Roswitha Schäfer kann bis Ende Januar bei den Stadtwerken Crailsheim in der Friedrich-Bergius-Straße besichtigt werden (montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 15 Uhr).

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