Lügen haben kurze Beine - fünf Monate Haft

Auf schiefer Bahn befindet sich ein 23-Jähriger, der jetzt vom Haller Amtsgericht zu fünf Monaten Haft verurteilt wurde. Nach einem Unfall hatten er und seine Freundin der Polizei lauter Lügen aufgetischt.

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Im Mittelpunkt der Verhandlung stand ein Unfall am 20. August 2012 bei Rinnen (Gemeinde Michelfeld) mit einem Smart. Der Smart war vom Rinnener Sträßle abgekommen, eine Böschung herabgerutscht und hatte sich überschlagen.

Das Fahrzeug gehörte dem Vater der jetzt an zweiter Stelle angeklagten 24-jährigen Auszubildenden. Sie durfte es nutzen und fuhr mit dem Hauptangeklagten, einem arbeitslosen 23-Jährigen, von Schwäbisch Hall nach Rinnen, als der Unfall passierte. Der Mann ist erheblich vorbestraft, die Frau war bisher unbescholten.

Beim Unfall wurde niemand verletzt. Als das Paar der Polizei Auskunft über den Unfallhergang geben sollte, griffen beide kräftig in die Lügenkiste. Die Frau habe am Steuer gesessen. Ein roter Golf sei entgegengekommen, sie habe ausweichen müssen. Man sei von Rinnen nach Hall unterwegs gewesen.

Kleinwüchsiger Mann am Steuer

Die dreisten Lügen werden in der Verhandlung vor dem Schwäbisch Haller Amtsgericht aufgedeckt. Weil der Fahrersitz im verunglückten Smart ganz nach vorne geschoben war, saß - nach den Ermittlungen der Polizei - nicht die junge Frau, sondern der kleinwüchsige Mann am Steuer. Den entgegenkommenden roten Golf gab es nicht. Das junge Paar hatte das Auto erfunden, um eine Ausrede für den Unfall zu haben. Selbst ihre Fahrtrichtung auf der Straße vor dem Unfall hatten sie falsch angegeben.

Der 23-Jährige hat noch nie einen Führerschein erworben, ist aber auch im September am Steuer eines Autos erwischt worden. Er hatte beim Rückwärtsfahren einen Auffahr-Unfall verursacht.

Auch wegen Diebstahls ist er schon mehrfach verurteilt worden. Im November ließ er in einem Supermarkt ein Feuerzeug mitgehen. In seinem Rucksack befand sich zu diesem Zeitpunkt ein Messer mit einer scharf geschliffenen, neun Zentimeter langen Klinge. Obwohl dieses nicht zum Einsatz kam, sieht das Gericht einen "Diebstahl mit Waffen."

Das Schwäbisch Haller Amtsgericht verurteilt den 23-Jährigen zu fünf Monaten Haft ohne Bewährung. Die mitangeklagte junge Frau bekommt eine Geldstrafe von 375 Euro (25 Tagessätze zu 15 Euro). Sie muss dafür einstehen, dass sie ihren Freund ans Steuer des Smarts gelassen hat, obwohl sie wusste, dass er keine Fahrerlaubnis hatte. Zudem hat sie die Geschichte mit dem roten Golf vorgebracht, der vor dem Unfall gefährlich links gefahren sei. In dieser Lüge sieht das Gericht das "Vortäuschen einer Straftat".

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