Listen liegen auf gleicher Linie

Die einen nennen sich "Freie Wähler", die anderen "Kritische Bürger", doch wirkliche Unterschiede gibt es zwischen den beiden Listen nicht. Sie liegen auf der gleichen Linie und arbeiten eng zusammen.

|
Vorherige Inhalte
  • Beim HT-Wahlforum in der Burgberghalle in Oberspeltach (von links): HT-Mitarbeiterin Christine Hofmann, Hans-Dietmar May, Vitus Fuchs, Uwe Hergenröther, Roland Grosser und HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan. Fotos: Wolfgang Rupp 1/3
    Beim HT-Wahlforum in der Burgberghalle in Oberspeltach (von links): HT-Mitarbeiterin Christine Hofmann, Hans-Dietmar May, Vitus Fuchs, Uwe Hergenröther, Roland Grosser und HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan. Fotos: Wolfgang Rupp
  • Aufmerksame Zuhörer beim HT-Wahlforum. 2/3
    Aufmerksame Zuhörer beim HT-Wahlforum.
  • 3/3
Nächste Inhalte

Bedeuten "reibungslose Zusammenarbeit" mit der anderen Liste und "ganz hervorragendes Zusammenwirken" mit der Verwaltung, dass hier "Friede, Freude Eierkuchen herrscht und der Gemeinderat nur abnickt"?

HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan bezieht sich bei dieser bewusst überspitzten Frage auf eine von Roland Grosser (Freie Wähler) gemachte Aussage, die er beim HT-Wahlforum am Mittwochabend nicht nur wiederholt, sondern verstärkt. "Die Listen heben sich höchstens in Nuancen voneinander ab", sagt er bei der sehr gut besuchten Veranstaltung in der Burgberghalle in Oberspeltach, "und wir begleiten die Arbeit der Verwaltung kritisch und konstruktiv." Auch Uwe Hergenröther (Kritische Bürger) stellt die ausschließlich sachbezogene und listenübergreifende Arbeit im Gemeinderat heraus. Und warum wurde 1989 eine zweite Liste aufgestellt? Vor allem, um den Bürgern eine richtige Wahl zu ermöglichen, so Hergenröther. Dieses Mal gibt es für die 18 Sitze 24 Bewerber, die sich an dem Abend allesamt vorstellen. Auf dem Podium sitzen die Listenführer Roland Grosser (der Diplom-Ingenieur der Forstwirtschaft und stellvertretende Bürgermeister aus Gründelhardt kandidiert zum vierten Mal "weil ich hoch motiviert bin und etwas erreichen will") und Uwe Hergenröther (der Bauleiter aus Gründelhardt ist seit zehn Jahren im Gemeinderat und bewirbt sich erneut, "weil ich Entscheidungen für Frankenhardt treffen will") sowie der für eine zweite Periode antretende Vitus Fuchs (der Technische Lehrer aus Honhardt will sich weiterhin "für eine ehrliche Politik zum Wohle der Bürger einsetzen") und der Neukandidat Hans-Dietmar May (der Diplom-Mathematiker aus Honhardt will die Zukunft der Gemeinde mitgestalten).

Welche Zukunft hat die erst vor Kurzem genehmigte Gemeinschaftsschule, fragt die mit dem Thema bestens vertraute HT-Mitarbeiterin Christine Hofmann mit Verweis auf die nur 24 vorliegenden Anmeldungen. Roland Grosser geht davon aus, dass sich die Schule etablieren wird, wenn wir den Eltern "das umfangreiche Angebot, die Vorzüge mit kleinen Klassen, die besondere Atmosphäre und das große Engagement der Lehrerschaft" vermitteln. "Viele können sich noch gar nicht so viel davon vorstellen", sieht auch Vitus Fuchs weiteren Informations- und Aufklärungsbedarf. "Wir müssen erreichen, dass sich die gute Arbeit herumspricht", was auch Uwe Hergenröther so sieht: "Wir müssen mehr Werbung machen", was angesichts der in Stuttgart gefällten Entscheidung kurz vor den Anmeldetagen nicht möglich gewesen sei. Darauf sei auch zurückzuführen, dass sich die Eltern von zwölf Kindern aus Stimpfach für den "sicheren Weg" und damit für die Gemeinschaftsschule Rosenberg entschieden hätten. Auch Hans-Dietmar May ist angesichts der Ausstattung, Größe und individuellen Betreuung in der Honhardter Schule guten Mutes, dass der jetzt eingeschlagene Weg fortgesetzt werden kann.

Hat die Diskussion über Windkraft die Bürger in zwei Lager gespalten? Vitus Fuchs hofft, dass dies nicht der Fall ist. Anliegen des Gemeinderats war und sei es, alle Bürger gleich zu behandeln "und aus dieser Geschichte das Beste herauszuholen". "Besser konzentriert als Wildwuchs", meint Uwe Hergenröther zu den Standorten für Windräder, "und idealerweise gar nichts", fügt er hinzu. Mit dem Hinweis auf "viele Beratungen, Diskussionen und manch schlaflose Nächte", unterstrich Roland Grosser, wie intensiv sich der Gemeinderat mit diesem Thema beschäftigt hat. Hans-Dietmar May glaubt, dass insbesondere im Waldbereich "Schäfer" (hier sollen fünf Windräder gebaut werden) noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, laufe doch noch die Artenschutzuntersuchung.

Einig sind sich die Kandidaten, dass der Ausbau des Breitbandnetzes dringend notwendig ist, aber auch mit hohen Kosten verbunden ist, dass die Ortskerne attraktiv bleiben oder werden sollen, was aber auch von den Grundstückseigentümern mitgetragen werden muss, dass es in Oberspeltach an Einkaufsmöglichkeiten fehlt, was aber von der Gemeinde nur sehr eingeschränkt verändert werden kann, dass der Förderverein Freibadfreunde hervorragende Arbeit leistet, über eine höhere finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde aber erst beraten werden müsse.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Kommunalwahl Baden-Württemberg 2014

Die Wähler haben entschieden und Kreisräte, Gemeinderäte sowie Ortschaftsräte gewählt. Hier gibt's die Ergebnisse und Berichte.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Grimmer im HT-Interview: „Viel Zeit zum Freuen bleibt nicht“

Der neue Crailsheimer Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer spricht über Ehrgeiz, die geplante Verschlankung des Gemeinderats und seine Vision für eine nachhaltige Innenstadt-Belebung. weiter lesen