Licht in dunkle Gassen

Das hat die neun Gailsbacher, die zur jüngsten Sitzung des Mainhardter Gemeinderats gekommen waren, gefreut. Für den Beschluss, 65000 Euro für zusätzliche Straßenlampen auszugeben, gab es Applaus.

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Ein Blick von der Gailsbacher Hauptstraße in die Lohgasse. Hier ist es am frühen Morgen, abends und in der Nacht stockdunkel, sagen die Gailsbacher. Nun sollen hier für 65000 Euro neue Straßenlampen installiert werden - ebenso im Brückenrain und im Aschgrund.  Foto: 

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Eine Abordnung von neun Bürgern aus Gailsbach saß auf den Zuschauerstühlen, als jüngst der Gemeinderat tagte. Schon in der Bürgerfragestunde meldete sich Willi Kircher zu Wort. Er lobte die Baufirma Lukas Gläser, die derzeit die Gailsbacher Hauptstraße saniert. "Der Trupp ist gut und vor allem auch der Kapo Frank Messer. Der managt das gut", meinte Kircher. Auf die Belange der Bürger werde bei den Arbeiten stets Rücksicht genommen.

So einen guten Leumund hatte die Firma nicht immer. Es hatte vor Jahren erhebliche Probleme beim Straßenbau gegeben. Zweimal musste Gläser nachbessern. "Wir hatten ein ernsthaftes Gespräch geführt", erinnerte Bürgermeister Damian Komor. In der Firma ist umstrukturiert worden. Seitdem klappt es. "Die Straße zum Riegenhof, Steinbühl und Paradies, das funktioniert super", lobte Komor.

Das war jedoch nur das Vorspiel. Den Hauptakt leitete Gemeinderat Udo Kallina ein. Er trug die Wünsche der Gailsbacher Bürger vor. Die wollen, dass Lohgasse, Brückenrain und Aschgrund mit fünf zusätzlichen Straßenlaternen erhellt werden. In der kalten Jahreszeit sei es dort sehr dunkel. Die Lohgasse werde von vielen Schülern auf dem Weg zur Bushaltestelle genutzt. Wenn die Arbeiten sowieso gerade im Gange seien, solle man das mitmachen, riet Kallina. Das sei günstiger, als wenn man später extra eine Baustelle einrichten müsse. Auch die Gehwege in den Bereichen sollten bis zu den Straßenlaternen mit Granitbordsteinen versehen und die Fahrbahndecken erneuert werden. Das koste etwa 65000 Euro.

Bürgermeister Damian Komor erkannte das Ansinnen zwar als "unheimlich sinnvoll", aber die Wünsche, "draufzusatteln", gebe es bei jeder Baustelle. Wenn zusätzliches Geld bereitgestellt werde, dann müsse sich der Rat im Klaren sein, dass andere Projekte geschoben werden müssten.

Das war der Auftakt zu einer ausgiebigen Debatte. Wolfgang Feuchter sprach von zwei Herzen, die in seiner Brust schlagen. Die Laternen würden in den nächsten Jahren ohnehin fällig. Doch könne man das Geld nur einmal ausgeben. "Trotzdem sollten wir das machen", so Feuchter.

Er sei "relativ emotionslos", meinte Walter Mack. Welche Projekte 2015 nicht umgesetzt würden, wollte Mack wissen. Auf keinen Fall dürfe aber bei den 100000 Euro gestrichen werden, die für den Straßenunterhalt vorgesehen seien. Daran werde nicht getastet, versprach Komor. Aber ob im Schönblick im nächsten Jahr die Bagger anrücken könnten, um Erdgasleitungen zu verlegen, sei fraglich.

Das rief Rüdiger Honold auf den Plan. Wie es denn um das Nahwärmenetz in Schönblick bestellt sei, wollte er wissen. "Das ist gestorben", antwortete Damian Komor. Erdgas sei wirtschaftlicher. Im Schönblick stehe man aber im Wort, 2015 zu beginnen. Es gebe ja auch noch die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen.

Auch über Haushaltsreste, die aktuell gute Einnahmesituation der Gemeinde und den Finanzzwischenbericht wurde diskutiert. Weitere Befürworter waren Stephan Kemppel, Bernhard Schweizer, Simon Müller und Heiko Nagel. Explizit gegen das Vorhaben hat sich niemand ausgesprochen. Jetzt sollen Kämmerer Friedmar Wagenländer und Bürgermeister Damian Komor nach verträglichen Finanzierungslösungen suchen.

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