Letzter weißer Fleck gefüllt

Kreßberg ist sich mit ENBW ODR einig und bietet in wenigen Jahren ihren Bürgern die Möglichkeit einer Gasversorgung an.

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Solche große Trommeln mit Schlauchleitungen gibt es in zwei Jahren in der Gemeinde Kreßberg zu sehen.  Foto: 

Im Februar wurden die ersten Pläne im Gemeinderat vorgestellt, nun steht es fest: Die Gemeinde Kreßberg bekommt Erdgas. Nicht zuletzt durch die Erschließung des neuen Wohngebiets „Obere Schanze“ in Mariäkappel kam man auf die Idee, in der gesamten Gemeinde einen Erdgasanschluss zu verlegen. Nach der Ausschreibung des Projekts im Bundesanzeiger gab es lediglich einen Interessenten: die ENBW ODR. Um mit dem Stromanbieter ins Geschäft zu kommen, bedarf es allerdings der Zustimmung des Gemeinderats und den Abschluss eines Konzessionsvertrags. Dies geschah in der vergangenen Gemeinderatssitzung.

Doch um das Projekt zu realisieren, braucht die ENBW Unterstützung durch die Gemeinde. Denn die Gesamtkosten von 4,1 Millionen Euro kann die Firma nicht alleine tragen. Daher wird sich die Gemeinde mit einer Ausgleichsleistung von 600 000 Euro beteiligen.

Wer sich bereits freut, bald Erdgas ins Haus zu bekommen, muss sich noch etwas gedulden. Der Baubeginn wird erst 2019 erfolgen. „Wir haben momentan erst noch andere Baustellen wie Frankenhardt, die wir fertigstellen müssen“, sagt Volker Maier, Leiter Netzservice der ENBW. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund vier Jahren.“

Bau von Süden nach Norden

Das Ausbaukonzept der ENBW sieht vor, dass die Hauptzuleitung von Rötlein kommt und über das Gewerbegebiet Neustädtlein in Richtung Gaisbühl führt. Von dort geht es weiter in Richtung Schönbronn, Bergbronn, Wald­tann, Wüstenau über Haselhof nach Leukershausen. Im Anschluss wird zwischen Schönbronn und Marktlustenau gebaut. Dort ist dann zunächst einmal Schluss. Die Orte zwischen Marktlustenau und Leukershausen müssen warten. „Dort muss man nach der Nachfrage schauen“, erklärt Maier.

Unabhängig von diesen Plänen wird das Neubaugebiet „Obere Schanze“ in Mariäkappel im Zuge der Erschließungsarbeiten auch mit Erdgasleitungen versehen. Mit Inbetriebnahme dieser Zuleitung sind auch die 600 000 Euro fällig.

Die Kosten für die Verlegung von der Straße zum eigenen Haus müssen die Bürger selbst übernehmen. Die Anschlusskosten belaufen sich auf 2300 Euro. Entscheidet man sich bis Ende 2020 zur Aktivierung eines Anschlusses muss man nur die Anschlusskosten bezahlen: 690 Euro. In den beiden darauf folgenden Jahren erhöht sich der Preis schrittweise, bis man ab dem Jahr 2023 die volle Kosten tragen muss.

Synergieeffekte nutzen

Im Zuge der Erdgaserschließung könnte die Gemeinde Synergieeffekte nutzen und Leerrohre für Glasfaser mitverlegen. Durch die gleichzeitige Verlegung könnten beim Tiefbau laut Volker Maier 1,4 Millionen Euro gespart werden. In zwei bis drei Monaten erfolgt hierfür die Ausschreibung. Auch für den Bürger wird es günstiger: Lässt er beides gleichzeitig an sein Haus legen, spart er sich 600 Euro.

Bürgermeister Robert Fischer freut sich über den Gemeinderatsbeschluss: „Das ist Neuland für die Gemeinde. Wir sind der letzte weiße Fleck in der Region.“

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