Langenburger Bernd Kunz hat an Forschungsreise nach Georgien teilgenommen

Bei einer internationalen Libellenexpedition nach Georgien war mit dem Langenburger Bernd Kunz auch ein Odonatologe aus der Region vertreten. Seit mehr als 30 Jahren interessiert er sich für diese Insekten.

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  • Bernd Kunz fotografiert an einem Wasserlauf in Georgien. Foto: Andreas Scholz 1/2
    Bernd Kunz fotografiert an einem Wasserlauf in Georgien. Foto: Andreas Scholz
  • Die »Dunkle Zangenlibelle« haben die Forscher im Kaukasus wieder entdeckt. Sie weist durch das zangenförmige Schwanzende eine gewisse Ähnlichkeit zu einer auch im Kocher- und Jagsttal anzutreffenden Libellenart auf. 2/2
    Die »Dunkle Zangenlibelle« haben die Forscher im Kaukasus wieder entdeckt. Sie weist durch das zangenförmige Schwanzende eine gewisse Ähnlichkeit zu einer auch im Kocher- und Jagsttal anzutreffenden Libellenart auf. Foto: 
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15 Libellenforscher aus Deutschland und der Schweiz reisten im Sommer zu einer dreiwöchigen Libellenexpedition in den georgischen Kaukasus. Der Libellenexperte Bernd Kunz aus Langenburg war ebenfalls dabei. Der Fotograf und Grafiker widmet einen Großteil seiner Freizeit der Odonatologie (Libellenkunde).

Geboren in Ilshofen und aufgewachsen in Tüngental, interessiert sich der gelernte Landschaftsgärtner seit mehr als 30 Jahren für die kleinen "Drachenfliegen". Seine Leidenschaft für Libellen flammte in der Jugend auf, als er im Garten der Eltern einen Teich anlegte. In Hohenlohe kennt Kunz fast jeden Tümpel und Weiher in- und auswendig. Bei warmem Wetter steht er stundenlang in Gummistiefeln an der Jagst, um Libellen zu beobachten.

Unbekanntes entdecken

Vor Kurzem führte ihn seine Obsession mit 14 weiteren Libellenforschern in das Hinterland von Georgien. "Ziel der Forschungsreise in den Kaukasus war es, einen Überblick über die georgische Libellenfauna zu bekommen", berichtet Kunz. Die letzten mehr oder weniger systematischen Daten seien bereits mehr als 100 Jahre alt. Es gebe daher noch einiges zu entdecken, was in der Odonatologie bis dato unbekannt sein könnte.

Die Forschungsgruppe um Bernd Kunz war unter anderem südlich der Hauptstadt Tiflis unterwegs und streifte auch das Hochland von Samzche-Dschawachetien an der Grenze zur Türkei. Ein einheimischer Fahrer brachte die Libellenexperten an abgelegene Wasserstellen, die häufig nur über holprige Schotterpisten erreichbar waren.

Eine Deutsch sprechende Dolmetscherin unterstützte das Forscherteam. "In Georgien sprechen die meisten entweder georgisch oder russisch. Englischkenntnisse bringen einen nicht wirklich weiter", so Bernd Kunz. Untergebracht waren die 15 Expeditionsmitglieder in Hotels und Pensionen. Zum Abendessen bekam Bernd Kunz auch georgische Maultaschen serviert, die dort Chinkali heißen. Ansonsten blieb den Forschern wenig Zeit, die georgische Gastfreundschaft bei ausladenden Tafelrunden zu genießen. Auch die Altstadt von Tiflis oder die sehenswerten Klosteranlagen im Landesinneren bekam die Gruppe kaum zu Gesicht.

60 Libellenarten aufgespürt

Für die Forscher war die Expedition in den Kaukasus ein voller Erfolg. In den drei Wochen konnten sie 60 Libellenarten aufspüren. "Ein Ziel der Reise war es auch, die "Dunkle Zangenlibelle" wieder nachzuweisen. Das haben wir erreicht", freut sich Kunz. Dies sei für sie schlecht, weil sie jetzt ihren Seltenheitsstatus verliert, scherzt er.

Das Projekt Libellenfauna Georgien ist für den Hohenloher und seine Forscherkollegen mit der Reise jedoch noch nicht zu Ende. "Die Auswertung der Daten und die Sichtung des Bildmaterials nimmt immense Zeit in Anspruch", erläutert der Libellenexperte. Die Forschungsergebnisse sollen in einer circa 150 bis 200 Seiten starken wissenschaftlichen Publikation münden. Die nächste Libellenexpedition in den Kaukasus ist für das Jahr 2015 anvisiert.

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