Langenburg und Billingsbach: Bürger gehen mit Rechtsanwalt gegen Windparks vor

Bürger aus Langenburg und Billingsbach wollen mit juristischen Waffen gegen zwei geplante Windparks im Brüchlinger Wald bei Atzenrod und bei Wittenweiler ins Feld ziehen: Ein Anwalt wurde engagiert.

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Es ist bei Weitem nicht die Windkraft an sich, die eine noch kleine Gruppe von Bürgern aus Langenburg und aus Blaufelden-Billingsbach auf die Barrikaden treibt.

Hinter ihrem Protest steckt vielmehr die schiere Zahl, die Höhe und die landschaftlichen Folgen von Windrädern, die auf zwei nur wenige Kilometer voneinander entfernten Vorranggebieten errichtet werden könnten - wenn die auch für Langenburg und Blaufelden speziell für Windkraft-Zwecke neu gefassten Flächennutzungspläne in ihrer bisherigen Form Rechtskraft erlangen und von den jeweiligen Kommunen oder Verwaltungsgemeinschaften keine Korrekturen mehr vorgenommen werden.

Bislang befinden sich diese Flächennutzungspläne noch auf dem Weg durch den Behörden-Dschungel mitsamt den noch nicht abgeschlossenen, gesetzlich vorgeschriebenen Anhörungen - auch von Bürgern.

Im Brüchlinger Wald, der zur Gemarkung von Langenburg zählt, sind die internen Planungen der ENBW bereits weit fortgeschritten: Im Forst von Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg will der Energiekonzern auf einer Fläche von rund 540 Hektar 18 Windräder mit einer Höhe von rund 200 Metern (bis zur Rotorspitze) errichten.

Die ENBW interessiert sich ebenfalls stark für eine nahebei liegende Potenzialfläche bei Blaufelden-Wittenweiler, wo neben sieben schon seit Jahren genehmigten, aber nie gebauten Windrädern noch weitere sechs Anlagen der 200-Meter-Klasse im Gewann "Seeholz" entstehen könnten.

Mit dieser Information wartete Gerhard Metzger im Jägerhaus in Billingsbach bei einer angenehm sachlichen Versammlung der "Besorgten Bürger" aus Langenburg" und der "Interessengemeinschaft Lebensqualität" aus Billingsbach auf. Dort geht vor allem die Angst um, dass das Dorf von insgesamt 31 Windrädern in beiden Arealen umzingelt werden könnte.

Beide Bürger-Gruppen haben den aus Bartenstein stammenden Rechtsanwalt Armin Brauns aus Dießen am Ammersee mit ins Protest-Boot geholt, der sich auf Klagen gegen Windparks spezialisiert hat. Nach Ansicht des Advokaten, so Gerhard Metzger, seien die juristischen Chancen im Fall Brüchlinger Wald "durchaus gut" und im Fall Wittenweiler zum derzeitigen Stand noch nicht zu beurteilen.

Jürgen Brenz aus Brüchlingen gab den Teilnehmern der Versammlung letztlich mit auf den Weg, dass "jeder Bürger für sich selbst entscheiden muss, was er in Sachen Windräder in Hohenlohe für erträglich hält".

Info Die "Besorgten Bürger" aus Langenburg bieten am Sonntag, 16. Februar, erneut eine Exkursion zum Windpark im Soonwald (Hunsrück) an. Nähere Infos gibt es bei Edith Pollanka unter der Telefonnummer 0 79 05 / 94 00 49.

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