Landkreise besser vernetzen

Die "Jagstregion" bewirbt sich um Förderung aus dem EU-Programm Leader. Sie muss dazu ein Konzept vorlegen. Im Bühlertanner Gasthof Stern traf sich ihre Arbeitsgruppe "Naherholung, Kultur und Mobilität".

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Gasthöfe im Gebiet Grafenhof bei Bühlerzell liegen an der Landkreisgrenze zwischen Schwäbisch Hall und Ostalbkreis. Hotelier Roland Wich beklagt, dass sein Gasthaus mit öffentlichen Bussen schwer zu erreichen ist. Eine bessere Kooperation in der "Jagstregion" soll Abhilfe bringen. Sie bewirbt sich um EU-Förderung aus dem Programm Leader. Archivfoto: Thumilan Selvakumaran

Der Hauptteil der "Jagstregion" liegt im Ostalbkreis, nur das nordwestliche Drittel gehört zum Kreis Hall. Unter den zwölf Teilnehmern vertreten vier den heimischen Landkreis: Silke Rüdinger vom Verein Hohenlohe und Schwäbisch Hall Tourismus, Bürgermeister Michael Dambacher aus Bühlertann, Gerlinde Michelfelder vom Kreisverband der Haller Landfrauen und Roland Wich, Inhaber eines Hotels im Grafenhof bei Bühlerzell. Er erhofft sich von dem landkreisübergreifenden Leader-Antrag Verbesserungen für seinen Betrieb, der ganz am östlichen Rand des Kreises Hall liegt.

Wich fühlt sich sowohl vom Landkreis Hall wie auch vom Ostalbkreis abgeschnitten. Rad- und Wanderwege müssten über die Landkreisgrenze vernetzt und beschildert sein. Das gleiche gelte für Wanderkarten, meinte er. Auch ein anderer Teilnehmer aus dem Ostalbkreis wünschte sich Wanderwege, die mehrere Gemeinden zusammen konzipieren. Silke Rüdinger wies aber darauf hin, dass es viele Karten im Internet mit unterschiedlichsten Optionen für Wanderer und Radfahrer gebe. So biete der Tourismusverein des Landkreises etwa einen interaktiven Tourenplaner an.

Roland Wich ärgert, dass auf vielen Landkarten sein Hotel gar nicht eingezeichnet sei. Zum Beweis zeigte er auf ein ganzes Bündel Karten. Außerdem fehle die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Das vermassele ihm oft Buchungen von Schulklassen. Wenn er einen privaten Bus organisiere, würde allein eine Fahrt nach Hall und zurück rund acht Euro pro Person kosten. "Dann winken die schon ab und suchen sich etwas anderes", so seine Erfahrung. Erst recht fehle eine Verbindung Richtung Ellwangen und Aalen in den Ostalbkreis. Vielleicht ließe sich mit Hilfe des Leader-Antrags ein Busunternehmer finden, der sich auf den Transport von Jugendgruppen spezialisiert, wünschte er sich.

Ein weiteres Anliegen wäre ihm, die Region um den Grafenhof für die Jugend attraktiver zu machen. Das Tal der Blinden Rot sei einmalig schön und kaum bekannt. Hier könnte man mit Jugendlichen Geo-caching-Touren unternehmen. Außerdem schlug er vor, junge Leute zu Natur- oder Kräuterführern auszubilden. Zustimmung bekam er von Rainer Fünfgelder, dem Wirtschaftsbeauftragen der Stadt Ellwangen. "Wir müssen das Wandern für junge Leute interessant machen", forderte er. Auch die Idee junger Naturführer, entsprechend der erfolgreichen Limes-Cicerones-Gästeführer in Rainau bei Ellwangen, fand er gut.

Leader-Anträge können auch Projekte anderer Regionen übernehmen. Ein auf die Bühlertalgemeinden Vellberg, Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell übertragbares Beispiel ist das Projekt Radfahrkirche. Es ist mit wenig Kosten und Aufwand verbunden. Die Kirchen müssten nur offen stehen zu einer erholsamen Pause für Körper und Geist. Ein Gästebuch, ein Hinweis auf die nächste Radwerkstatt, vielleicht ein Kasten Sprudel oder eine Kiste mit Äpfeln - im Taubertal kommt das Angebot laut Silke Rüdinger sehr gut an.

Beim Thema Mobilität lag der Schwerpunkt der Projekte auf dem Elektro-Sektor. Die Vorschläge gingen von E-Bikes an Bahnhöfen und Wohnmobilplätzen über Segway-Touren zu Stadtfahrrädern.

Aus den bisherigen Sitzungen der Arbeitsgruppen haben sich einige Überbegriffe herauskristallisiert, unter die sich alle Projekte unterordnen lassen. Rainer Fünfgelder bat aber um strengste Vertraulichkeit. Schließlich gibt es Konkurrenz aus anderen Regionen um die Leader-Mittel. Bis Herbst soll der Antrag abgabefertig sein. Bis dahin müssen nicht alle, aber einzelne Projekte detailliert mit Kosten- und Zeitplan ausgearbeitet sein.

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