Lärmschutzwall wird jetzt doch erhöht

Wer solls bezahlen? Die SPD im Haller Gemeinderat meint, dass der Landkreis verpflichtet sei, für Lärmschutz in Wackershofen zu sorgen. Jetzt bezahlt doch die Stadt Hall 50 000 Euro für die Erhöhung des Walls.

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Ein einfacher Zaun aus Holz an der Westumgehung erzürnt die Gemüter. Er symbolisiert für die einen, wie kläglich mit den Nöten der Wackershofenern umgegangen wird. Der Landkreis Hall hingegen meint, mit Wall und Zaun seiner Pflicht genüge getan zu haben.

Für Ortsvorsteher Hartmut Pawlitzki ist das Holzstück "eine lächerliche Sache". Er meint: "Der ist nur da, um die Leute zu beruhigen." Doch er habe sein Ziel verfehlt. Einige Wackershofener lassen sich nicht beruhigen - weil ihnen der Lärm der Westumgehung auch keine Ruhe lässt. Der Zaun schütze vielleicht vor dem Anblick der vorbeirauschenden Lastwagen, aber nicht vor dem Lärm. Die Bürger seien zu wenig von der Belastung durch die vielbefahrene Westumgehung geschützt. Der Wall sei nicht hoch genug. Auch Helmut Kaiser, SPD-Fraktionsvorsitzender im Haller Gemeinderat stößt sich daran: "Da steht nur ein Lattenzaun, da springt doch jeder kranke Ziegenbock drüber. Und das verkaufen sie dann als Lärmschutz." So argumentierte er Anfang Dezember.

Der Anlass dazu waren die Haushaltsberatungen. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Hall hatte 50 000 Euro für die Verbesserung des Lärmschutzwalls im neuen Doppel-Haushalt vorgesehen. Die SPD wollte diesen Posten streichen. "Wir wollen die Wackershofener nicht im Regen stehen lassen", begründet Kaiser. Allerdings pocht er darauf, dass der Landkreis das bezahlt und nicht die Stadt Hall. "Die kann dieses Geld ja an anderer Stelle für seine Bürger gut verwenden." Der Landkreis habe den Lärmschutz schriftlich im Planfeststellungverfahren seiner neuen Kreisstraße zugesagt.

Das sieht man beim Landratsamt ganz anders. "Der Lärmschutzwall entspricht den Anforderungen der genehmigten Straßenplanung. Der Landkreis hat damit für ausreichenden Lärmschutz im Bereich Wackershofen gesorgt", teilt das Amt auf Nachfrage mit. Der Sprecher des Landkreises, Steffen Baumgartner, präzisiert: "Es trifft zu, dass von Anliegern und Vertretern des Ortschaftsrates während der Bauphase ein höherer Wall gewünscht wurde. Diesem Wunsch konnte aus statischen Gründen im Bereich des Bahntunnels nicht entsprochen werden." Der Kreis habe Zugeständnisse gemacht: "Um den Bürgern entgegenzukommen, wurde der Lattenzaun als Sichtschutz angebracht. Dies geschah im Einvernehmen mit allen Beteiligten."

Die SPD hat am Ende ihren Widerstand aufgegeben. Kaiser erläutert, dass die Höhe des Lärmschutzwalls von drei Metern durch die Anbringung des Zauns wohl erreicht sei. Es sei nun schwierig, juristisch stichfest zu klären, ob der Wall samt Zaun dem entspricht, was im Planfeststellungsverfahren als Lärmschutz festgelegt worden war.

In Wackershofen schnell für Ruhe zu sorgen ist der SPD nun wichtiger, als sich lange mit dem Landkreis über Kosten zu streiten. Daher hat die SPD ihren Antrag zurückgezogen. "Die Lärmschutzwand bleibt folglich im Finanzhaushalt für 2014 drin", stellt Robert Gruner, Pressesprecher der Stadt Hall, klar.

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