Lachweiler und Geißelhardt: Anwohner fordern Geschwindigkeitsbegrenzung

"Es muss etwas unternommen werden". Bürger aus Lachweiler und Geißelhardt fordern die Politik auf, die Verkehrsprobleme in ihren Orten zu lösen. Eine Initiative will auf die Gefahren aufmerksam machen.

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"Muss erst etwas passieren, bevor etwas geschieht?" Diese Frage beschäftigt Bewohner in Lachweiler. Der Grund: Die Verkehrslage in Lachweiler und im benachbarten Geißelhardt spitzt sich laut den Anwohnern immer mehr zu. Immer mehr Lastwagen, Autos und Traktoren würden durch die kleinen Ortschaften fahren, zum Teil viel zu schnell. Die Durchfahrtsstraßen seien eng, Übergänge nicht vorhanden. Ein sicheres Überqueren der Straßen sei so gut wie unmöglich.

Bewohner haben sich nun zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um auf die Missstände hinzuweisen und Ideen vorzustellen, wie die Situation verbessert werden kann. Die Mitglieder der Initiative haben sich jetzt getroffen.

Weil die Straßen in den Orten so eng sind, passen größere Fahrzeuge nicht aneinander vorbei und müssen auf die Gehwege ausweichen. "Das kann eine erhebliche Gefahr für Fußgänger sein, insbesondere für Kinder", sagt Michael Röger aus Lachweiler. Er gehört zu den 15 Mitgliedern der Bürgerinitiative.

Bürgerinitiative: Am Kindergarten muss etwas getan werden

Eine große Gefahr sei auch die Lage der Bushaltestellen. Um zu den Haltestellen zu kommen, muss die Straße überquert werden. Doch sichere Übergänge gibt es nicht. An zwei Engstellen sowie auf Höhe des Kindergartens müsse dringend etwas getan werden, fordert die Bürgerinitiative. "Ob das in Form eines Zebrastreifens geschieht, ob ein Blinklicht oder ein Warnschild installiert oder die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzt wird, ist für uns nicht von primärer Bedeutung. Wichtig ist, dass Schritte eingeleitet werden und etwas dieser Art getan wird", sagt Bürgerinitiative-Mitglied Sabine Röger.

Die Kommunalpolitik hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt, aber noch keine Schritte eingeleitet. Das Verkehrsaufkommen sei zu gering, lautet das Ergebnis einer Verkehrsschau, die das Haller Landratsamtes durchgeführt hatte. Ein Zebrastreifen oder die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer sei deshalb nicht notwendig, wurde den Anwohnern bei einer Informationsveranstaltung im Frühjahr mitgeteilt.

Damit gaben sich manche Anwohner in Lachweiler nicht zufrieden und reagierten auf ihre eigene Weise: Unbekannte malten in der Nacht zum 1. Mai einen Zebrastreifen auf die Geißelhardter Straße in Lachweiler. "Das zeigt doch, wie groß der Bedarf an solchen Maßnahmen ist", sind sich die Mitglieder der Bürgerinitiative einig.

Von Mai bis Juni wurde die Straße saniert, der Zebrastreifen ist den Arbeiten zum Opfer gefallen. "Die Kinder haben diesen Zebrastreifen wie selbstverständlich genutzt", räumen auch Mitglieder des Gemeinderats und des Ortschaftsrates ein, die das Treffen der Bürgerinitiative besuchten. Sie erkennen die Probleme, können die Sorgen der Anwohner nachvollziehen - und dennoch scheinen ihnen die Hände gebunden zu sein.

"Leider können der Gemeinde- und Ortschaftsrat nichts unternehmen. Wir sind an die Entscheidung des Haller Landratsamtes gebunden", sagte Heiko Nagel, der Ortsvorsteher von Lachweiler und Geißelhardt.

Bei der in der Diskussion stehenden Straße - der K2670 - handele es sich um eine Kreisstraße, für die der Landkreis zuständig ist. Eigenmächtiges Handeln, wie zum Beispiel das erneute Anbringen eines Zebrastreifens durch Bürger, sei Amtsanmaßung und stelle deshalb keine Option dar.

Im Juni gestalteten Bürger farbige Schilder. Auf ihnen sind spielende Kinder abgebildet, verbunden mit der Bitte, langsamer und aufmerksamer durch die Ortschaften zu fahren. Auch eine Unterschriftenaktion wurde initiiert, auch der Name von Ortsvorsteher Nagel steht auf der Liste.

"Wenn ich rückwärts aus meiner Garage ausparken möchte, ist das, als spiele ich Russisch Roulette", klagt Ekkehard Schulz aus Lachweiler. Viele Fahrer hielten sich nicht an die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer. "Das ist kein Zustand auf Dauer."

Für alle Beteiligten steht fest: Es muss ein Kompromiss gefunden werden, mit dem alle Seiten leben können. An der Verkehrssituation müsse sich etwas ändern.

Info Am Mittwoch, 23. Juli, werden die Ideen der Bürgerinitiative in der Sitzung des Mainhardter Gemeinderats vorgestellt. Für die Bürgerinitiative gibt es einen Hoffnungsschimmer, denn der Ortschaftsrat teilte mit, dass zumindest ein Blinklicht kein Problem sein dürfte.

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