Kurzweilige "Schulstunden"

Man stelle sich das vor: In Langenburg waren am Sonntagnachmittag "Schulstunden" angesetzt - und rund 60 Gäste gingen freiwillig hin. Der Grund: Die Findbücher fürs Stadtarchiv wurden übergeben.

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Rund 60 Gäste kamen am Sonntagnachmittag in die ehemalige Schule, als Bürgermeister Wolfgang Class die Findbücher in Empfang nahm. Privatfoto

Das ehemalige Langenburger Schulgebäude gehört den Brüdern Hans und Karl Schaeff - und sie haben es dem Geschichts- und Kulturverein zur Nutzung überlassen. Dafür bedankte sich der Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Arnold Ruopp. Zum sonntäglichen "Lehrpersonal" gehörten außerdem Bürgermeister Wolfgang Class, Kreisarchivarin Monika Kolb, Karl-Heinz Wüstner und Andreas Volk als Nutzer des neu geordneten Stadtarchivs, sowie Heide Ruopp, die gemeinsam mit Heidi Blum-Fröhlich und Regine Stroner unter Anleitung der Kreisarchivarin das Archiv in ehrenamtlicher Arbeit geordnet hat. Der Geschichts- und Kulturverein betreibt das Stadtarchiv Langenburg im Auftrag der Stadt nach den Richtlinien der Landesarchivordnung.

Akten vom 17. Jahrhundert bis ins Jahr 1972 sind dort untergebracht - 95 laufende Meter für Langenburg samt Teilorten und 32 laufende Meter für Bächlingen mit Teilorten. Bis zum 31. Januar 1972 war Bächlingen eine eigene Gemeinde.

Im Stadtarchiv (1. Stock, Raum hinter der Bücherei) befinden sich außerdem zwei Nachlässe: Teile der ortsgeschichtlichen Sammlungen des ehemaligen Bürgermeisters Dieter Klapschuweit (1943 bis 2002) und des Lehrers und Archäologen Günther Stachel (1927 bis 2009) wurden der Stadt überlassen.

Um sich in diesem jetzt so wohlsortierten, geordneten Archiv zurechtzufinden, wurden die Findbücher erstellt - und eben jene hat Kreisarchivarin Kolb an Bürgermeister Class übergeben. Kolb stellte in kurzen Zügen die interessante Archivarbeit vor.

Für den großen, durchweg ehrenamtlichen Einsatz wurde allen Beteiligten mit originellen Präsenten gedankt - den Männern der ersten Stunde für den Transport von Ort zu Ort, wobei die ehemaligen Lagerorte sehr unwirtlich und schmutzig gewesen waren; der Stadtverwaltung für die Unterstützung bei der aufwendigen jahrelangen Arbeit; vor allem aber den ehrenamtlichen Archivmitarbeiterinnen, die außer den "Archiv-Dienstagen" sehr viel Zeit und Kraft für diese Arbeit aufgebracht haben.

Am besten freilich können den Einsatz die wenigen bisherigen Nutzer ermessen: Karl-Heinz Wüstner und Andreas Volks berichteten von ihrer jüngsten Arbeit im Archiv.

Die "Belohnung" fürs Durchhalten in diesen zwei äußerst unterhaltsamen "Schulstunden" kam am Ende. Bei den Archivalien hatte sich ein Film des ZDF aus dem Jahr 1965 gefunden: Eine Gemeinderatssitzung mit Bürgermeister Fritz Gronbach (1909 bis 1999). Thema: Besuch der Queen Elizabeth in Langenburg. Niemand hatte diesen Film vorher gekannt. Klar, dass er eine Menge Gesprächsstoff lieferte.

Ein Rundgang durch das schöne Archiv schloss die Veranstaltung schließlich ab.

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