Kultusministerium präsentiert Gemeinschaftsschul-Standorte

Was das HT bereits am Samstag berichtet hatte, ist seit Montag offiziell: Rot am See bekommt eine Gemeinschaftsschule - als einzige Gemeinde im Kreis Hall. Andere Regionen weisen deutlich mehr Standorte auf.

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"Ich bin hocherfreut, dass wir den Zuschlag bekommen haben", sagt der Roter Bürgermeister Siegfried Gröner. "Die Mühen und Anstrengungen haben sich gelohnt." Die bisherige Grund- und Werkrealschule ist ab dem kommenden Schuljahr Gemeinschaftsschule.

114 Anträge waren bei den staatlichen Schulämtern eingereicht worden, 87 wurden bewilligt. Gröner sieht seine Kommune in einer starken Position: "Es stehen regionale Schulentwicklungskonzepte an, da gehts ans Eingemachte. Und da sind wir jetzt gesetzt. Das ist ein guter Tag für Rot am See. Am besten ist der Tag aber für die Schüler."

Es gehe ihm nicht allein um Standortpolitik, betont der Schulz. Gröner ist auch überzeugt vom pädagogischen Konzept der Gemeinschaftsschule: "Eine bessere Betreuung können Sie eigentlich nicht haben." Es gebe jetzt auch in der Region "wirklich eine Alternative" auf dem Weg zur mittleren Reife.

Rektor Oliver Grau sieht die neue Schulform ebenfalls als Chance: "Jeder kann nach seinen Stärken und Schwächen gefördert werden." Er freut sich, dass künftig auch Realschul- und Gymnasiallehrer in Rot am See unterrichten können. Die Entscheidung des Kultusministeriums betrachtet Grau als "Bestätigung für mein Kollegium".

Der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou jubelt derweil per Pressemitteilung: "Das ist ein großer Erfolg für Schwäbisch Hall. Es freut mich, dass sich das Engagement der Beteiligten ausgezahlt hat!" Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass die Anträge von Kreßberg und Obersontheim zu den landesweit 27 abgelehnten zählen. "Wenn keine Zweizügigkeit absehbar war, wurde abgelehnt. Bei den meisten Ablehnungen wurde dieses Kriterium nicht erfüllt", lässt das Kultusministerium verlauten.

Auch die Kreßberger Bemühungen dürften wohl vornehmlich an der zu geringen Schülerzahl gescheitert sein. Rektor Siegfried Köhnlein betont indes: "Wir haben noch keine schriftliche Begründung vorliegen." Er halte sich deshalb weiterhin mit Äußerungen zurück.

Rot am See erhält die erste und bislang einzige Gemeinschaftsschule im gesamten Landkreis. Zum Vergleich: Der Ostalbkreis hatte bereits vier Gemeinschaftsschulen und bekommt jetzt noch einmal fünf zusätzliche. Wie ist das zu erklären? "Das liegt natürlich auch an der Zahl der Anträge", sagt Ursula Stock, die Leiterin des staatlichen Schulamts in Künzelsau (zuständig für den Kreis Hall, den Hohenlohekreis und den Main-Tauber-Kreis). Es sei eine freiwillige Leistung einer Schule, sich zu bewerben. In anderen Regionen sei früher über alternative Schulformen nachgedacht worden. Auch in Hohenlohe aber stünden bereits viele Schulen in den Startlöchern. Für das kommende Jahr können schließlich wieder Anträge gestellt werden. Stock: "Ich bin zuversichtlich. Wir sind nicht hintendran."

Die neue Schulform

An Gemeinschaftsschulen sollen Schüler mit unterschiedlichem Leistungsvermögen länger gemeinsam lernen. Ziel ist es, die Kinder nach individuellen Stärken und Schwächen zu fördern. Klassen werden zu Lerngruppen, Frontalunterricht gehört weitgehend der Vergangenheit an.

In den Klassenstufen 5 bis 10 ist die Gemeinschaftsschule eine verpflichtende Ganztagesschule. Die Lehre orientiert sich am Bildungsplan für Realschulen, unter Einbeziehung gymnasialer Standards.

 

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