Kündigungen zum Jahresende

Zum Jahreswechsel ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk (Kreise Hall, Hohenlohe und Main-Tauber) deutlich angestiegen. 3648 Menschen im Bezirk sind im Januar neu arbeitslos geworden.

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Die Arbeitslosenquote im Bezirk steigt damit auf 3,8 Prozent (Vormonat 3,4), im Land auf 4,3 Prozent. Im Kreis Schwäbisch Hall liegt die Quote bei 3,7 Prozent - vor genau einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent.

Der Anstieg hört sich dramatisch an. "Plus 0,4 Prozent - das ist schon ein Wort", sagt Stefan Gutfreund, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Aber: Beim Vergleich mit den Jahren zuvor zeigt sich, dass stets von Dezember auf Januar die Arbeitslosigkeit in dieser Höhe angestiegen ist. "Kündigungen werden klassisch zum Quartalsende ausgesprochen - oft auch zum Jahresende im Dezember", erklärt Gutfreund, "das wirkt sich erst in der Januarstatistik aus." Hinzu kommt die witterungsbedingte Arbeitslosigkeit: Konnte im November und teilweise auch im Dezember noch mancherorts auf Baustellen oder im Wald gearbeitet werden, ruhte dort im sehr kalten Januar die Arbeit.

Verhalten agieren die Unternehmen bei Einstellungen: In den vergangenen Monaten sind kontinuierlich weniger offene Stellen an die Arbeitsagentur gemeldet worden. Vor allem von Zeitarbeitsfirmen kommen weniger Anfragen, berichtet Gutfreund. Das deute keineswegs auf eine krisenhafte Entwicklung hin, beruhigt der Agenturchef. "Das ist ein Zeichen, dass die Betriebe vorsichtig sind. Sie können noch nicht abschätzen, wie sich die Auftragslage in Deutschland entwickeln wird." Allerdings deuten nach Einschätzung von Gutfreund die Zeichen eher auf eine stabile Entwicklung hin: "Der Euro-Wechselkurs ist gestiegen - es gibt wieder mehr Vertrauen in den Euro als Währung. In der Tendenz führt das dazu, dass sich das auf die Auftragsbücher der Unternehmen auswirken wird." Er verweist auch auf die Konjunkturprognosen, welche die Wirtschaftsjunioren kürzlich in Ilshofen abgegeben haben. "Die schlechteste Nachricht, die ich gehört habe, war: Wir bleiben auf dem Niveau wie im Vorjahr." Alle übrigen Redner hätten für ihre Branchen ein deutliches Wachstum prognostiziert.

Im Landkreis Schwäbisch Hall wurden im Januar 3799 Arbeitslose registriert. Das sind 348 Menschen mehr als im Dezember. 1208 meldeten sich neu oder erneut arbeitslos. 857 Menschen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. Von den 3799 Arbeitslosen beziehen 1990 Menschen Grundsicherung (Hartz IV). Das sind 17 mehr als im Dezember.

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