Kreßberger Bürgermeister Robert Fischer steht bei HT-Forum Rede und Antwort

Überzeugter Radler, überzeugender Trompeter, geübter Überzeuger: Beim HT-Wahlforum in Marktlustenau hatten Kreßberger Bürger die Chance, sich ein etwas anderes Bild von ihrem Schulz zu machen.

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  • Gute Laune am Sonntagmorgen: HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan und Redaktionsmitglied Christine Hofmann nahmen Bürgermeister Robert Fischer (Mitte) eine Woche vor der Wahl in die Zange. Fotos: Ufuk Arslan 1/3
    Gute Laune am Sonntagmorgen: HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan und Redaktionsmitglied Christine Hofmann nahmen Bürgermeister Robert Fischer (Mitte) eine Woche vor der Wahl in die Zange. Fotos: Ufuk Arslan
  • Die Bürger kamen zahlreich zum politischen Frühschoppen. 2/3
    Die Bürger kamen zahlreich zum politischen Frühschoppen.
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Jeder in der Gemeinde Kreßberg kennt Robert Fischer. Schließlich sitzt der Diplom-Verwaltungswirt seit nunmehr 16 Jahren auf dem kommunalen Chefsessel. Manch private Seite freilich bleibt im Alltag meist verborgen. Weil am nächsten Sonntag nicht nur ein Kommunalpolitiker, sondern auch ein Mensch zur Wahl steht, hatten Redaktionsleiter Andreas Harthan und Mitarbeiterin Christine Hofmann gestern beim HT-Wahlforum im "Hirschen" viele Fragen jenseits von Schlüsselzuweisung und Haushaltsberatung auf dem Zettel.

So bekamen die Besucher als Beigabe zu ihrer Frühschoppen-Weißwurst nicht nur süßen Senf, sondern auch den einen oder anderen Einblick ins Hause Fischer. Da saugt und spült der Schulz bisweilen höchstselbst, da soll lieber ein Wildschwein auf den Tisch als eine Pute - das Antibiotika -, da ertönt Blasmusik statt Heavy Metal und da wird lieber in der Zeitung geblättert als im weltumspannenden Netz gesurft (mehr Antworten Fischers siehe Spalte rechts).

In seiner Freizeit gibt Fischer als Posaunenchorleiter an der Trompete den Ton an. Und mit Freude schwingt er sich bisweilen aufs Rad - womit es dann auch schnell wieder politisch wird. Denn die Verbindung nach Crailsheim sähe er gerne verbessert. Die Stadt aber zögert. Wie viel ihm ein neuer Weg denn wert sei, wollte Harthan wissen. "Verhandlungssache" sei das, sagte Fischer. Aber tief in die Tasche greifen werden die Kreßberger wohl nicht: "Es gehört einfach zu einer gutnachbarschaftlichen Beziehung, dass man eine Straße zur Nachbarschaft baut" - oder eben einen Radweg, der ganz auf Crailsheimer Gemarkung verliefe.

Ein weiteres wichtiges Thema beim Wahlforum: der Tempelhof. Dort wächst ein neues Dorf heran, die Genossenschaft "In Gemeinschaft leben" bekommt immer neue Mitglieder. Fischer muss dieses Projekt schon allein deshalb wichtig sein, weil mehr Einwohner bares Geld bedeuten. Rund 800 Euro gibt es pro Kopf und Jahr an Zuweisungen für die Gemeinde. Doch was hält er darüber hinaus von dem "lebenden Experiment"? "Ich finde das spannend und eigentlich auch sehr gut", sagte der Bürgermeister. Er entdeckt darin "Elemente, die unsere Vorfahren schon praktiziert haben" - dass mehrere Generationen unter einem Dach füreinander sorgen. "Es ist wichtig, wieder Formen des Zusammenhalts zu finden."

Wichtig wäre auch der Erhalt der Schule am Kreßberg in Marktlustenau - und dabei könnte der Tempelhof mit seinen Kindern ebenfalls eine Rolle spielen. Die Chancen, dass Kreßberg schon 2013/14 als Gemeinschaftsschul-Standort zum Zug kommt, sind indes gering. Ob er noch einen Joker im Ärmel habe? "Da sind wir ja beim Poker, und da legt man die Karten nicht gleich auf den Tisch", sagte Fischer und versicherte: "Wir werden uns jedenfalls zu wehren wissen."

Fischer präsentierte sich auf dem Podium als geübter Überzeuger, zu keinem Sachthema blieb er eine Antwort schuldig. Einen wirklichen Wahlkampf freilich muss er nicht führen - schließlich meint es Gegenkandidat Andreas Fischer aus Berlin von der "Nein-Partei" nicht wirklich ernst mit einer Bewerbung um das Amt. So ists für dessen Inhaber mehr ein Wahlbeteiligungs-Kampf. In acht Jahren sieht das vielleicht ganz anders aus, und einen Kandidaten Fischer könnte es dann durchaus wieder geben: "Ich weiß, dass ich nicht weiß, ob 2021 Schluss ist."

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