Kormoran ins Visier nehmen

Für die Mitglieder der Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher bleibt der Kormoran ein großes Ärgernis. In der Hauptversammlung wurde eine Gesetzesänderung gefordert, um den Vogel legal vergrämen zu können.

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Die Fertigstellung der Satzung und die Mitgliederwerbung in den Vereinen und sowie bei den privaten Fischereiberechtigten sind die wesentlichen Aufgaben der Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher im zweiten Jahr ihres Bestehens.

Bei der Mitgliederversammlung in der Fichtenberger Krone konnte Vereinsvorsitzender Hans-Jörg Holspach immerhin drei Vereine - den Fischereiverein Bibersfeld, den Fischereiverein Neustetten und den Angelsportverein Sulzbach-Laufen - sowie zwei private Fischereiberechtigte als Neumitglieder begrüßen. Um die Aufnahme zu vereinfachen, wurde ein neues Formular entwickelt, das den Mitgliedern vorgestellt wurde.

Ein Dauerbrenner der Fischer ist und bleibt der Kormoran. Günter Mayr, ehemaliger Vorsitzender der Fischhege, ist für dieses Thema zuständig. Er zeigte erneut die Ziele des Vereins auf: den Kormoran wie in Bayern in das Jagdrecht zu überführen und die Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiete für Vergrämungsmaßnahmen zu öffnen. Die Landesregierung sei aber wenig kompromissbereit und die Behörden kämen mit immer neuen Forderungen, die teilweise schon fast grotesk seien. So werde gerade ein Gutachten "Schallschutz zum Knalltrauma beim Eisvogel" verlangt. Abhilfe könne eigentlich nur die EU mit einem einheitlichen Gesetz schaffen. Mayr hofft, dass dies bald geschehen wird.

Immer ein Thema ist der gemeinsame Besatz der Flüsse und Bäche. Auch 2016 wird versucht, wieder eine Besatzförderung beispielsweise für Bachforellen, Aale, Äschen und gegebenenfalls auch für Nasen und Barben zu bekommen, nachdem in diesem Jahr die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim die Vereine unterstützt hat. Die Förderung der Brutboxen inklusive der Schulung zum Umgang und Einsatz dieser Hilfsmittel wurde von der Sparkassenstiftung Schwäbisch Hall-Crailsheim übernommen.

Als Gastrednerin konnte Franziska Weber als Vertreterin der unteren Wasserbehörde im Landratsamt Schwäbisch Hall gewonnen werden. Sie referierte über das Thema "Managementplan und europäische Wasserrechtslinie" sowie über die tägliche Arbeit der unteren Wasserbehörde. Bei den Managementplänen konzentrierte sie sich auf die gesetzlichen Grundlagen sowie auf das schützenswerte FFH-Gebiet "Kochertal Abtsgmünd - Gaildorf" und das Vogelschutzgebiet "Kocher mit Seitenarmen".

In der anschließenden Diskussion wurde bemängelt, dass die Fischereivereine bei den geplanten Entscheidungen nicht beteiligt werden - obwohl dies vorgesehen sei. Weber versprach, dies in ihrer Behörde zu klären.

Joachim Szekat, Referent zu Rechtsfragen der Fischereiaufsicht, informierte die Versammlung über die Kontrolle von Anglern mit Beispielen aus der Praxis. Dabei wurde deutlich: Es herrschen strenge Gesetze und es kann schnell zu einer Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat kommen.

Das Thema Wahlen wurde relativ schnell abgehakt: Die Vertreter der neuen Mitgliedsvereine wurden einstimmig in den Ausschuss gewählt, ebenso einstimmig wurde der Vorstand entlastet. Die Entlastung nahm der Sulzbach-Laufener Bürgermeister Markus Bock vor.

Zum Schluss gab Vereinsvorsitzender Hans-Jörg Holspach noch bekannt, dass die Fischhegegemeinschaft in den "Verband für Fischerei und Gewässerschutz Baden-Württemberg", kurz VFG, eingetreten ist. Die nächste Mitgliederversammlung der Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher findet am 15. oder 22. Juni 2016 erneut in Fichtenberg statt.

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