Konrad Mandl, Initiator des Fichtenberger Ferienprogrammes, erhält Staufermedaille

Höchstens drei Mal sei die Staufermedaille in seiner zehnjährigen Amtszeit im Landkreis Hall verliehen worden, sagt Landrat Gerhard Bauer. Am Montag hat er sie dem Fichtenberger Konrad Mandl überreicht.

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  • Gemeinschafts- und Sinnstifter: Konrad Mandl mit Urkunde und Staufermedaille, flankiert von Landrat Gerhard Bauer (rechts) und Bürgermeister Roland Miola in der Fichtenberger Gemeindehalle. Fotos: Richard Färber 1/2
    Gemeinschafts- und Sinnstifter: Konrad Mandl mit Urkunde und Staufermedaille, flankiert von Landrat Gerhard Bauer (rechts) und Bürgermeister Roland Miola in der Fichtenberger Gemeindehalle. Fotos: Richard Färber
  • Der Mann weiß zu begeistern; "Konni" Mandl im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Fichtenberger Osterferienprogrammes. 2/2
    Der Mann weiß zu begeistern; "Konni" Mandl im Gespräch mit Teilnehmerinnen des Fichtenberger Osterferienprogrammes.
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Seit dem Jahr 1977 wird die Staufermedaille für besondere Verdienste um das Land Baden-Württemberg verliehen. Am Montag hat der Haller Landrat Gerhard Bauer diese persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten in Vertretung Winfried Kretschmanns dem Konrad "Konni" Mandl überreicht - fürs Fichtenberger Ferienprogramm beziehungsweise für das, was in den letzten 27 Jahren aus dem Ferienprogramm geworden ist.

Dorf richtig Beine gemacht

Eingefädelt hat die Ehrung der Fichtenberger Bürgermeister: Roland Miola weiß sehr wohl, was er an einem wie Konni Mandl hat, der nicht nur die Ärmel hochkrempelt sondern es auch versteht, andere einzuspannen. Denn eigentlich hat Konni Mandl mit seinem Ferienprogramm dem Dorf richtig Beine gemacht - und mit seinen Ideen in vielen anderen Gemeinden viele Nachahmer gefunden.

Was man braucht: ein Händchen für die Jugend, klare Vorstellungen und Durchsetzungsvermögen. 1981 setzte sich der Jugendwart der Sportkameradschaft Fichtenberg kurzfristig ab. Mandl wurde angefragt, sagte zu und stellte fest, dass zu einem Jugendturnier "ein älterer Herr mit Orgel" als Alleinunterhalter engagiert worden war. "Ich hab gesagt, ich mach eine Disco", erinnert sich Mandl - und damit begann Mandls Karriere im Ehrenamt und bei der SKF eine Jugendarbeit, die auch so genannt werden konnte. Mandl, der auch als Jugendtrainer, Schieds- und Sportrichter aktiv war, besuchte Schulungen bei der württembergischen Sportjugend, die ihn dann auch für die Arbeit in ihren Fachausschüssen gewann, er war stellvertretender Sportkreisleiter und saß im Jugendhilfeausschuss.

Das erste Ferienprogramm datiert 1987: Unter dem Motto "Ferien für Daheimgebliebene" habe man erstmals acht Tagesprogramme organisiert, wobei bis heute streng darauf geachtet werde, dass keine Konkurrenz zu anderen Anbietern entsteht. Die RUNDSCHAU, betont Mandl, habe das Programm engagiert begleitet und mit ihrer Berichterstattung auch das überörtliche Interesse geweckt. Schon im nächsten Jahr hätten die ersten Nachbarkommunen ebenfalls Ferienprogramme angeboten. Das Besondere an Konni Mandls Ferienprogrammen ist ihr Aktivierungspotenzial. Im Lauf der Jahre beteiligten sich nahezu alle Fichtenberger Vereine, die örtliche Wirtschaft, die Verwaltung, der Bauhof, Institutionen wie Feuerwehr, Forstverwaltung und Polizei und natürlich viele Eltern. Das Ferienprogramm funktioniert gemeinschafts- und sinnstiftend - zumal es Mandl versteht, die Kinder auch für die Belange von Natur- und Landschaftsschutz zu gewinnen. Dazu gehört beispielsweise die Pflege des Naturdenkmals "Heide am Stummelberg". Die Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbandes, sagt Landrat Gerhard Bauer, sei schwer beeindruckt gewesen, als sie erfuhr, dass man Kinder dafür begeistern könne, dorniges Gestrüpp wegzutragen. Menschen wie Mandl, fasst Bauer zusammen, stärken die Bindekräfte, ohne die keine Gesellschaft existieren könne.

Neuerdings gibts auch ein Osterferienprogramm. 650 Meter Wildblumenwiese hat Konni Mandl heuer mit nahezu fünfzig Kindern und 20 Eltern am Friedhof und in der Bahnhofstraße ausgesät. Die Meisten sind zur Ehrung in die Gemeindehalle gekommen: Die Kinder singen "Applaus, Applaus", die Eltern zeigen Dias, und als der Landrat die Staufermedaille zückt, erheben sich die Gäste Beifall klatschend von ihren Plätzen. "Wahnsinnig stolz" sei er auf sie alle, sagt Mandl, und dankbar für die Zusammenarbeit und für die Unterstützung - auch und vor allem durch seine Familie und seine Frau Ines: "Danke für dein Einverständnis."

30. Ferienprogramm im Jahr 2017 wird bereits vorbereitet

Jubiläum Drei Wochen in den Sommerferien und die kompletten Osterferien dauern die Ferienprogramme in Fichtenberg. Das soll auch so bleiben - nur im Jubiläumsjahr 2017, wenn das Ferienprogramm 30 Jahre alt wird, will Konni Mandl an jedem Ferientag etwas anbieten - "50 Programmpunkte hab ich schon!"

Finanzierung Mit Michael Beck ist auch ein Vorstandsmitglied der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim zur Staufermedaillenverleihung nach Fichtenberg gekommen. Denn unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse hat der Gemeinderat auf Initiative von Konni Mandl im Juli die Gründung einer Zustiftung beschlossen, die das Fichtenberger Ferienprogramm finanziell absichert. In die Stiftung flossen 12500 Euro, die Mandl im Lauf der Jahre im Ferienprogramm angespart hat. Die Sparkasse gab die gleiche Summe dazu und wird den Betrag in den nächsten drei Jahren um jeweils 2000 Euro aufstocken.

RIF

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