Konjunktur im Winterschlaf Arbeitslosenzahl im Kreis steigt leicht an

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Haller Arbeitsagentur ist im Dezember leicht angestiegen. Der Anstieg liegt über den Erwartungen. Anzeichen für eine Krise sehen die Arbeitsmarktexperten aber nicht.

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Im Vergleich zum November gab es im Dezember 402 Arbeitslose mehr im Bezirk der Haller Arbeitsagentur. Damit steigt die Zahl der Arbeitslosen auf insgesamt 10573. Der Anstieg sei leicht, aber doch "stärker als das sonst in der Saison üblich Maß", berichtet der stellvertretende Leiter der Haller Agentur, Stefan Gutfreund. Zum einen liege das am Wintereinbruch, der sich jedes Jahr im Dezember und Januar auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Dieses Jahr kommt jedoch ein weiterer Effekt hinzu: Die Arbeitgeber stellen vorsichtiger ein, weiß Gutfreund, denn viele Betriebe wüssten derzeit nicht, wie die Auftragslage in drei Monaten sein wird.

Die Arbeitslosenquote stieg im Bezirk von 3,2 auf 3,4 Prozent, im Kreis Schwäbisch Hall stagniert sie bei 3,3 Prozent. Arbeitsmarktexperten sprechen in diesem Fall von Vollbeschäftigung - im Umkehrschluss handelt es bei 3,3 Prozent um eine sogenannte Sockelarbeitslosigkeit. 60 Prozent der Arbeitslosen in Baden-Württemberg seien Langzeitarbeitslose, meldet die Agentur für Arbeit. Unter den verbleibenden Arbeitslosen befänden sich nun viele, deren Vermittlung mit Schwierigkeiten verbunden ist, erklärt Gutfreund. Zum Beispiel, weil der Arbeitslose alleinerziehend ist, gesundheitliche Einschränkungen hat oder mangelnde Qualifikation oder Sprachkenntnisse. Arbeitgeber müssten darauf Rücksicht nehmen. Doch ist die künftige Auftragslage unklar, "überlegt sich der Arbeitgeber genau, ob er diese Kompromisse eingeht", erklärt Gutfreund.

Im neuen Jahr will sich die Agentur speziell um diese Klientel kümmern. Dafür erhalte die Haller Agentur acht neue Vermittler, die diese Arbeitslosen intensiver als bisher betreuen sollen - ähnlich der Fallmanager in den Jobcentern. Die Agentur wolle bei den Betrieben auch dafür werben, geringfügige Beschäftigungen in reguläre Arbeitsplätze umzuwandeln.

Um die leichte Flaute der Konjunktur zu überbrücken, greifen die Arbeitgeber derzeit eher zu "flexiblen Methoden", wie dem Abbau von Zeitkonten oder Zeitarbeitskräften. Auch registriere die Agentur eine verstärkte Nachfrage seitens der Betriebe nach Beratung zur Kurzarbeit. Das beunruhigt Gutfreund aber noch nicht: "Es gibt keine Anzeichen für eine Krise." Nach den Prognosen des Forschungsinstituts der Bundesagentur werde der Arbeitsmarkt auch im neuen Jahr stabil bleiben. Allerdings rechnet Gutfreund im Januar mit einer weiteren, aber saisonbedingten Zunahme der Arbeitslosen.

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