Kommunen im Kreis legen selbst fest, wo Hunde frei laufen dürfen

Im Wald, im Park, im Wohngebiet - überall trifft man Hunde mit ihren Besitzern. Allerdings laufen die Vierbeiner nicht immer an der Leine. Doch wo ist es erlaubt, den Hund frei laufen zu lassen und wo nicht?

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In den Städten und Gemeinden müssen Hunde im Innenbereich an der Leine geführt werden. Außerhalb ist der Leinenzwang aufgehoben. Herrchen und Frauchen müssen den Vierbeiner dort aber unter Kontrolle haben. Archivfoto: dpa/Maurizio Gambarini

Manche Besitzer lassen ihren Hund nie frei laufen - weil sie entweder wissen, dass er auf Zuruf nicht kommt, oder weil sie es für das Tier als zu gefährlich erachten. Es gibt aber auch die Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner gerne frei laufen lassen. Da kann der Hund herumtollen, seine Nase in einen Kaninchenbau stecken oder in den nächsten Bach springen. Auf der anderen Seite fühlen sich manche Fußgänger durch freilaufende Hunde gestört. Sie haben Angst, dass er auf sie zulaufen könnte und seinem Besitzer nicht gehorcht.

Fragt man bei den Kommunen im Kreis nach, verweisen sie auf die "Polizeiverordnung gegen umweltschädliches Verhalten, Belästigung der Allgemeinheit und zum Schutz der Grün- und Erholungsanlagen".

Tiere müssen so beaufsichtigt werden, dass niemand gefährdet wird

Paragraph 10 dieser Verordnung behandelt die Gefahren durch Tiere. Dort heißt es, dass "Tiere so zu halten und zu beaufsichtigen sind, dass niemand gefährdet wird. Im Innenbereich sind auf öffentlichen Straßen und Gehwegen Hunde an der Leine zu führen. Ansonsten dürfen Hunde ohne Begleitung einer Person, die durch Zuruf auf das Tier einwirken kann, nicht frei herumlaufen."

Innerorts herrscht also Leinenzwang. Aber bedeutet dies, dass außerhalb des Ortes Hunde frei laufen dürfen, solange die Besitzer sie jederzeit zu sich rufen können? Jede Gemeinde kann für den Außenbereich eigene Richtlinien aufstellen.

Keine Gemeinden im Kreis hat eine gebietsweise Beschränkung. Das heißt, solange der Hund auf Zuruf reagiert, darf ein Besitzer ihn außerhalb des Ortes frei laufen lassen.

Werner Kochendörfer von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes weist darauf hin, dass es in Naturschutzgebieten besondere Regelungen geben kann. Im Naturschutzgebiet Kochertal gibt es eine Leinenpflicht für Hunde. In den weiteren Naturschutzgebieten herrscht kein expliziter Leinenzwang, allerdings dürfen Hunde die Wege nicht verlassen. Läuft ein Hund also nicht bei Fuß, darf er nicht von der Leine. "Ein Naturschutzgebiet wie ein Steinbruch oder ein Moor sind vom Leinenzwang natürlich weniger betroffen", erklärt Kochendörfer.

In den meisten Gemeinden kam es bisher vereinzelt zu Fällen, in denen gegen die Vorschriften verstoßen wurde oder sich Bürger belästigt fühlten. Eine Ausnahme scheint Michelbach zu sein. So erzählt Hauptamtsleiter Berthold Krist, dass sich Fälle häufen, in denen es Beschwerden über freilaufende Hunde gibt.

In Michelbach gilt die Leinenbefreiung außerhalb des Ortes nur unter der Bedingung, dass die Begleitperson eine Einwirkungsmöglichkeit auf das Tier hat. Krist weist deutlich darauf hin, "dass die Einwirkung hier eng ausgelegt werden muss und zwar im Sinne von Beherrschen und nicht nur Beeinflussen".

"Wir hoffen auf die Einsicht der Hundehalter"

Der Bühlertanner Bürgermeister Michael Dambacher berichtet, dass es in seiner Gemeinde in der Vergangenheit und in jüngster Zeit zu einzelnen Verstößen kam. "Diese wurden mehrmals von Einzelpersonen verübt und mit einem Bußgeld geahndet." Nach mehrmaligem Ermahnen hätte sogar ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet werden müssen. "Wir hoffen auf die Einsicht der Hundehalter. Sollte dies nicht geschehen, hilft leider oftmals nur noch dieses Verfahren."

Auch wildernde Hunde sind ein Problem. Ein Jäger aus dem Kreis Hall, der namentlich nicht in der Zeitung genannt werden möchte, sagt, es sei erschreckend, was man außerorts beobachten könne. "Zwei von drei Hunden werden einfach von der Leine gelassen." Doch den Einwirkungsbereich, wie lege man den aus? Der Jäger weiß von vielen Menschen, die sich über frei laufende Hunde beschweren würden.

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