Kliniken arbeiten Hand in Hand

Das neue kooperative Zentrum für Alterstraumatologie am Diak in Hall und am Klinikum in Crailsheim verbessert die Behandlung von betagten Patienten.

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Chefarzt Dr. Norbert Andrejew (rechts) – hier mit der Patientin Su­sann Bethke – hat sich zusammen mit seinem Haller Chefarzt-Kollegen Dr. Dieter Richter (links) für ihr kooperatives Alterstraumazentrum im Haller Diakonie-Klinikum große Ziele gesteckt, die auch sogenannten Risikopatienten nutzen.   Foto: 

Betagte Patienten werden im Landkreis Schwäbisch Hall nach einem schweren Sturz schnellstmöglich interdisziplinär versorgt. Ärzte, Pfleger und Therapeuten der Akut-Geriatrie und der unfallchirurgischen Abteilungen am Landkreisklinikum in Crailsheim und am Diakonieklinikum Schwäbisch Hall haben bereits 2012 begonnen, zum Wohl betagter Patienten Hand in Hand zu arbeiten.

Dieses standortübergreifende kooperative Zentrum für Alters­traumatologie ist im Dezember 2016 nach den maßgeblichen Standards der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert worden. Es ist unter den rund 2000 Akutkliniken in Deutschland erst das 50. anerkannte Zentrum für Alterstraumatologie und im Raum zwischen Mannheim, Nürnberg, Stuttgart und Würzburger derzeit das einzige.

In Vorbereitung ist ein Audit für das Klinikum Crailsheim, das damit auch eigenständig als Zentrum für Alterstraumatologie anerkannt werden soll. „In Kürze erfolgt die Anmeldung zum Audit“, sagt der Leiter der Akut-Geriatrie am Klinikum Crailsheim, Dr. med. Diplom-Gerontologe Dr. Norbert Andrejew. In Vorbereitung dieses Zertifizierungsaudits werden Ärzte und Pfleger interdisziplinär geschult.

Schon bei der Aufnahme eines betagten Patienten mit „Oberschenkelhalsbruch“, oberflächlichen Verletzungen am Kopf, Frakturen von Wirbelkörpern und Rippen sowie Frakturen der Ex­tremitäten beziehungsweise des Oberarmkopfes oder des Handgelenks, wird in Crailsheim und Hall untersucht, ob aufgrund altersbedingter Vorerkrankungen spezielle akut-geriatrische Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Bei multimorbiden Risikopatienten wird oft Osteoporose, Diabetes mellitus, Herzschwäche, Bluthochdruck oder Demenz festgestellt. Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen, verminderte Sehfähigkeit und eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit haben oft zu einem Sturz beigetragen.

Eine interdisziplinäre Behandlungsplanung ist daher speziell für ältere oder hochbetagte Patienten angesagt. Festgeschriebene Abläufe und Handlungsanweisungen fördern dies zusätzlich und verkürzen damit die Verweildauer im Krankenhaus. Dies erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Rehabilitation.

Bei zwei interdisziplinären Teamsitzungen pro Woche wird von Ärzten, Pflegepersonal und Therapeuten festgelegt, wie weiter behandelt und medikamentiert wird. Auch der Sozialdienst ist in diese Besprechungen eingebunden.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgie und Orthopädie, Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie und der Akutgeriatrie beider Kliniken stellt eine umfassende Behandlung der akuten Verletzung unter Berücksichtigung aller weiteren Erkrankungen und Einschränkungen des Patienten sicher. Die Therapiezentren beider Kliniken spielen eine große Rolle. Der Sozialdienst in beiden Kliniken, die qualifizierte Patientennachsorge und die Überleitungspflege unterstützen die Versorgung der älteren Menschen über die medizinischen Fragen hinaus.

Im Rahmen des kooperativen Zentrums kommt Dr. Norbert Andrejew zweimal pro Woche zu einer geriatrischen Visite in die Unfallchirurgie des Haller Diaks. Ebenfalls zweimal pro Woche werden Patienten der Akut-Geriatrie am Klinikum in Crailsheim von Ärzten der Unfallchirurgie des Haller Diaks und der Crailsheimer Unfallchirurgie betreut.

Zusätzlich zu den Visiten besteht regelmäßiger telefonischer Kontakt zwischen den Fachabteilungen der beiden Kliniken, um zeitnah eine Lösung für dringende Probleme zu finden.

Ziel ist immer, Komplikationen zu vermeiden und die Behandlung zu optimieren. Denn je schneller ein hochbetagter Patient auf die Beine kommt, desto besser kann er seine Leistungsfähigkeit trainieren und die sichere Beweglichkeit üben. So kann eine gezielte Rehabilitation und Nachsorge vorbereitet und wieder ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden.

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