Klenk wird an Carlyle verkauft

Der Branchendienst Euwid-Holzwerkstoffe hat in dieser Woche die Katze aus dem Sack gelassen. Demnach wird die Klenk Holz AG in Oberrot an den nordamerikanischen Investor Carlyle verkauft.

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In der Oberroter Zentrale der Klenk Holz AG will man sich weder über den künftigen Hausherrn äußern, noch möchte man personelle Veränderungen kommentieren. Diese Woche wurde bekannt, dass sich der Verkauf des verschuldeten Sägeunternehmens auf die nordamerikanische Carlyle-Gruppe konzentriert. Foto: Peter Lindau

Schon vergangene Woche hatte sich ein Ende der Verhandlungen angekündigt. Aus gut informierten Quellen hieß es, dass nur noch die Zustimmung einer von insgesamt 19 Banken zum Verkauf von Klenk ausstehen würde. Jetzt überraschte das verschuldete Sägeunternehmen mit einer Presseinformation. "Die Klenk Holz AG steht mit einem Investor kurz vor dem Verkaufsabschluss", heißt es darin. Die Vertragsunterzeichnung werde noch im laufenden Monat angestrebt.

Der Klenk-Vorstand habe gemeinsam mit dem Treuhänder und den finanzierenden Banken entschieden, in die Schlussverhandlungen einzutreten und diese exklusiv nur noch mit einem der beiden Bieter zu führen. Namen wurden vonseiten der Firma Klenk nicht genannt.

Dennoch scheint jetzt klar, dass die Münchner Orlando Management nicht mehr im Spiel ist. Vor einem Inkrafttreten des Verkaufsvertrags, dem sogenannten Closing, finde noch die obligatorische kartellrechtliche Prüfung statt, meldet Klenk. Ein Ergebnis werde bis Ende August erwartet. Sobald der neue Hausherr in Oberrot das Ruder übernimmt, wird auch mit personellen Veränderungen zu rechnen sein. Gerüchte, dass der Vertrag von Vorstandschef Dr. Günter Hegemann nicht verlängert wird, will die Geschäftsleitung des Sägeunternehmens ebenso wenig kommentieren wie das für 1. September angedachte Ausscheiden von Martin Klenk aus dem Vorstand.

Erfreulich für die 1200 Personen zählende Belegschaft des Konzerns dürfte sein, dass Carlyle das Unternehmen inklusive aller Standorte und Tochterfirmen übernehmen möchte. Auch für das bisher noch gemeinsam mit der Energie Baden-Württemberg AG betriebene Biomasse-Kraftwerk in Oberrot soll eine Lösung gefunden worden sein, sagen Insider. Carlyle habe großes Interesse daran, das Kraftwerk in Eigenregie zu führen, heißt es. Der Investor verfügt über beträchtliche Finanzmittel (siehe separaten Text), die dringend erforderliche Investitionen möglich machen.

Mit dem Verkauf von Klenk an Carlyle dürfte die Strukturveränderung in der regionalen Sägeindustrie noch nicht abgeschlossen sein. Auch Rettenmeier ist auf der Suche nach Investoren. Nach dem Verkauf des Standortes in Gaildorf-Unterrot an den Veredler Junginger Naturholzwerk aus Murrhardt ist man in der Firmenzentrale in Wilburgstetten bemüht, weitere Unternehmensteile zu veräußern, um den Schuldenberg abbauen zu können.

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