Kleines Laufen feiert groß

Laufen am Kocher, eine der ältesten Siedlungen im Limpurger Land, feiert übernächstes Jahr ein großes Jubiläum: Der Ort wird dann (mindestens) 1200 Jahre alt sein. Das wird groß gefeiert.

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Das 1200-jährige Jubiläum Laufens im Jahr 2016 wirft seine arbeitsreichen Schatten voraus. In den kommenden Wochen will die Gemeinde Sulzbach-Laufen gemeinsam mit den örtlichen Vereinen nach einem Festtermin - möglichst im Juni/Juli oder September - suchen, kündigte Bürgermeister Markus Bock in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats an. Auf jeden Fall soll das Jubiläum in zwei Jahren gebührend gefeiert werden.

Dass Laufen in heutiger Zeit wichtiger Teil einer selbstbewussten, aufstrebenden Gemeinde ist, steht außer Frage. Was der Ort jedoch früher einmal war, darüber gibt es in den Archiven nur spärliche, teilweise aber auch widersprüchliche Hinweise. Vor allem die erste urkundliche Erwähnung Laufens ist umstritten. So wird das königliche Gut Laufen im Zusammenhang mit dem Kloster Murrhardt genannt. Eine Urkunde über eine Schenkung Laufens durch Kaiser Ludwig den Frommen an das von ihm gestiftete Kloster soll auf das Jahr 817 ausgestellt gewesen sein. Das Problem: Diese Urkunde gibt es nicht mehr. Darüber hinaus soll es sich bei dem Papier ohnehin um eine im zwölften Jahrhundert gefertigte Fälschung gehandelt haben, wie im 1997 von der Gemeinde Sulzbach-Laufen herausgegebenen Heimatbuch nachzulesen ist.

Einen wahren Kern muss das Dokument aber schon enthalten haben: Die überlieferte Schilderung stimmt, wie der Historiker Gerhard Fritz im Rahmen seiner Recherchen über das Murrhardter Kloster herausgefunden hat, mit Aufzeichnungen des württembergischen Archivars und Bibliothekars Johann Jakob Gabelkover (1578-1635) überein. Darin ist vom kleinen Gehöft Laufen "nahe dem Kocher" die Rede. Und die Schenkung sei "geschehen im Jahre 816".

Ob 816 oder 817: Selbst wenn letztere Jahreszahl stimmen würde, kann Laufen im Jahr 2016 getrost sein 1200-Jahr-Jubiläum feiern. Denn die Siedlung muss 816 bereits bestanden haben.

Nach diesen Urkunden-Notizen bleibt es, wie es im Heimatbuch heißt, "jahrhundertelang still" um die kleine Siedlung. Erst im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kransburg an die Schenken von Limpurg durch die Grafen von Öttingen anno 1357 gibt es wieder ein Lebenszeichen von Laufen. Später von Schmiedelfeld aus verwaltet, wird das arme Laufen erst um 1810/1811 eine politische Gemeinde. Aber auch für diese Zeit "liegen Unterlagen nur spärlich vor, da wichtige Akten beim Schul- und Rathausbrand im Jahr 1909 vernichtet worden sind", heißt es in einer historischen Betrachtung der Gemeinde.

Info Am 1. August 1971 wurde Laufen nach Sulzbach eingemeindet. Die neue Großgemeinde wurde schließlich am 23. Mai 1973 in Sulzbach-Laufen umbenannt.

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