Kleine Städte üben besondere Anziehung aus

Der Kälte und dem Wind zum Trotz strömen die Besucher am Ostermontag nach Langenburg und Bartenstein. Die Beschicker sorgen wieder für ein breites Angebot.

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Wir haben den Stand Nummer eins, freuen sich Theresia und Elmar Oppel aus Görau im Landkreis Lichtenfels. Der Korbmacher und seine Frau schätzen, dass sie "seit mindestens 25 Jahren" auf dem Ostermarkt in Langenburg vertreten sind - und immer an der Einfahrt zum Schloss. Sie mögen die geselligen und herzlichen Menschen in diesem Landstrich "Die Oberfranken sind um einiges rauer", vergleichen sie. Im Angebot haben sie unterschiedliche, allesamt selbst hergestellte Korbwaren, aber auch(zugekaufte) Taschen aus geflochtenem Maisstroh, Körbchen und Dekomaterial.

Aus Schwäbisch Hall kommen Tobias Teuffel und seine Mutter Christel. Begleitet werden sie von Mayla und Kiro, zwei englischen Windhunden, die wegen des Windes auf der Höhe von Langenburg in Mäntelchen gepackt sind und immer wieder die Blicke der Marktbesucher auf sich ziehen. Mutter und Sohn sind sehr angetan von diesem schönen, großen und trotzdem gemütlichen Markt, wie sie ihn beschreiben. Ob sie auch etwas kaufen werden? Der Sohn will schauen und die Mutter sucht ein gutes Messer. "Und vielleicht springt mir auch sonst noch was ins Auge."

Mit dem Rennrad ist an diesem kalten und windigen Ostermontag Uli Kuhn aus Künzelsau unterwegs. Letzte Woche hat er sich noch einen Sonnenbrand geholt - beim Training auf Mallorca. Heute fröstelt er ganz offensichtlich. Doch der ehrgeizige Sportler hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Großglockner, Drei-Länder-Giro und Alb-Extrem. Also bereitet er sich auch über Ostern auf diese Einsätze vor. "Und Langenburg ist immer einen Besuch wert", sagt der radelnde Ostermarktbesucher.

Es ist unglaublich, was auf einem Trödelmarkt alles angeboten, gekauft, von den Händlern aber auch wieder eingepackt und eine Woche später an einem anderen Ort angeboten wird. "Und doch macht es richtig Spaß", sagt Arno Wagner aus Bruchsal, auch wenn er sich in Bartenstein einen mächtigen "Rotzer" einfängt. Gibt es einen typischen Flohmarktbeschicker? Vielleicht, oder auch nicht. Wagner jedenfalls verdient sein Geld nicht mit dem Handel von Waren, sondern ist aktiver Bundeswehrsoldat. Aus seinem Beruf heraus hat er sich auch ein bisschen auf Bücher über Krieg, Schlachten und Waffen spezialisiert. "Ich will aber nicht verherrlichen", betont er und verweist auf sein weiteres Angebot. Ein Kruzifix neben Schmuck und Glaswaren, Postkarten neben Modelleisenbahnzubehör.

Weil sie selbst genug zu Hause hat, will Elsa Branz aus Bad Mergentheim eigentlich nichts kaufen. Eigentlich will sie zusammen mit ihrer Bekannten Elfriede Braun nur die Atmosphäre in diesem schönen historischen Städtchen genießen, wie sie erklärt. Und dann kommt sie doch nicht an dem kleinen Bilderrahmen vorbei und an dem Handtuch aus Leinen. Und was trägt sie auf dem Kopf? Einen neuen Hut, erworben auf dem Markt in Bartenstein. Auf den ist die Frau nicht nur stolz, er wärmt auch wunderbar. Und so wie der "schimmelalten" (eigene Angabe) Bad Mergentheimerin geht es an diesem Tag anderen auch: Eigentlich wollen sie gar nichts kaufen und finden dann im Vorbeigehen ganz zufällig doch etwas - ob sie es brauchen oder nicht.

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