Kleine Häppchen von neuen Stücken

Bei den Ilshofener Theaterbesucher hat der Einführungsabend zu Beginn der Spielzeit schon Tradition. Für Intendant Friedrich Schirmer von der Württembergischen Landesbühne war es hingegen ein Novum.

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Intendant Friedrich Schirmer zeigt das Kinderbuch von Tomi Ungerer, das als Vorlage für die Inszenierung von "Die drei Räuber" dient.  Foto: 

Intendantenwechsel bei der Württembergischen Landesbühne Esslingen: Auf Manuel Soubeyrand folgt Friedrich Schirmer. Das macht die Theaterfreunde in Ilshofen neugierig. So war der Einführungsabend im Rathaus am Mittwoch noch besser besucht als in den Vorjahren. Schirmer, der bereits von 1985 bis 1989 Intendant in Esslingen war, ist den ganz treuen Abonnenten noch bekannt.

Vor Jahren wurde auf Initiative von Bürgermeister Roland Wurmthaler dieser unterhaltsame Abend im Sitzungssaal eingeführt. Es gibt appetitliche Häppchen auf den Bistrotischen und kleine Häppchen von jedem Stück auf der improvisierten Bühne. Intendant Soubeyrand hat die Darbietungen immer mit musikalischen Zugaben gewürzt.

"Da muss ich Sie enttäuschen", schickte Friedrich Schirmer voraus. "Ich bin kein Schauspieler und ein grauenhafter Sänger." Außerdem sei er schüchtern und im deutschen Theater als Nuschler bekannt, weshalb er im kleinen Rund des Sitzungssaals ein Mikrofon benutzte. Der gebürtige Bremer war nach seiner Zeit in Esslingen Intendant am Stadttheater Freiburg, dann am Staatstheater Stuttgart. 2005 ging Friedrich Schirmer als Intendant an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.

Bei den kurzen Szenen wurde der Theaterleiter von seinem Chefdramaturgen Marcus Grube und den Schauspielerinnen Nina Mohr und Marie Mayer unterstützt. "Woyzeck" von Georg Büchner kommt am 1. November mit der Musik von Tom Waits in Ilshofen auf die Bühne. Die Premiere am vergangenen Freitag in Esslingen sei ein großer Erfolg gewesen, berichtete Schirmer.

Auch im Ilshofener Programm: zweimal Liebe und zweimal Mundart. "Alte Liebe", ein Zwei-Personen-Stück von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder gibt es am 7. Februar zu sehen. Davor, am 6. Dezember, kommt "Die Glückskuh" von Hermann Essig in die Stadthalle. Auch darin geht es um Liebe - und das in schwäbischer Mundart.

Seit seinem großen Erfolg 1976 mit "Schweig, Bub!" von Fitzgerald Kusz setzt Friedrich Schirmer immer wieder auf Mundartstücke. "Dadurch sind die Personen grandios im Leben verankert." In "Hoimetaberau" von Franz Xaver Ott wird den Zuschauern am 18. April das gut verständliche Honoratioren-Schwäbisch erneut auf der Bühne begegnen. "Musikalisch, sarkastisch, komisch", so verspricht das Stück von zwei eigenbrötlerischen Tüftlern ein besonderer Theaterspaß zu werden.

Davor, am 14. März, schafft "Die Bauernoper" von Yaak Karsunke mit Musik von Peter Janssens "lokalen Bezug zu Geschichten, die aus der Region kommen", so Schirmer. Es geht um die Reformation und die Bauernkriege im 15. Jahrhundert. "Sie müssen sich das alles viel schöner vorstellen", riet der Intendant, "wir sitzenden ja hier nur und lesen."

Auch ohne Gesang war es Schirmer gelungen, Werbung für sein "Wandertheater WLB" zu machen. Die Zuschauer sind gespannt auf die Spielsaison, hielten sich aber mit Fragen an die Theaterleute zurück. Die Aufführungen in der Ilshofener Stadthalle beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

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