Kleinbetriebe in der Krise Schweineerzeuger im Kreis Hall besorgt

Mit 80 Landwirten gut besucht war die jüngste Mitgliederversammlung der Schweineerzeugervereinigung im Landkreis Schwäbisch Hall, sie fand in der Frankschen Scheune in Oberaspach statt.

|

In seinem Rückblick auf 2013 machte Michael Reber, Vorsitzender der Schweineerzeuger im Haller Landkreis, deutlich, dass die Schweinepreise zwar um 19 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht gestiegen seien, die hohen Futterkosten den Mehrerlös aber aufgezehrt hätten. Die Liquidität der Betriebe werde zudem durch die Frostschäden bei Getreide und Raps im Februar enorm beeinträchtigt.

Seit 1. Januar gilt die geänderte Tierschutz-Nutztierverordnung. Sauen müssen nach dem Belegen in Gruppen gehalten werden. Nach Ansicht von Reber war der erforderliche Umbau in den Betrieben mit erheblichen Investitionen verbunden und konnte nicht von allen geleistet werden. Kleinere Betriebe hätten deshalb die Sauenhaltung aufgegeben und seien teilweise ganz aus der Schweinehaltung ausgestiegen.

Nach den Regularien referierte Mirjam Lechner von der Unabhängigen Erzeugergemeinschaft Niederstetten über "Tierschutz in einer neuen Öffentlichkeit". In den Medien werde Tierschutz oft sehr reißerisch dargestellt und mit der Heimtierhaltung verglichen. An die gewerbsmäßige Schweinehaltung würden dann gleiche Maßstäbe angelegt. Eine differenzierte Sichtweise werde dabei nur selten vermittelt. Ernährung werde zum Lifestyle erhoben. Trends zur vegetarischen und veganen Ernährung verstärkten die Polarisierung. Der landwirtschaftliche Tierhalter werde an den Pranger gestellt und als herzloser Massentierhalter und Tierquäler dargestellt.

Lechner forderte die Landwirte auf, sich intensiv an Diskussionen zu beteiligen und über moderne Medien "realistische Beiträge" und Bilder in die Diskussion einzubringen. Die Landwirte dürften das Feld nicht den Tierschutzorganisationen überlassen. Die Lechner forderte einen fairen Umgang zwischen Landwirten, Verbrauchern, Tierschützern und Medien. Im Kampf um Einschaltquoten sei es allerdings schwierig, bei einem emotionalen Thema, wie dem Tierschutz, in den Medien als verantwortungsbewusster Tierhalter wahrgenommen zu werden. Es sei Anliegen der Landwirte, die Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen.

Info Der Autor Werner Balbach ist stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamtes Ilshofen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Land arbeitet an Neukonzeption des Radwegenetzes

Landtagsabgeordneter Bullinger bekommt Auskunft vom Land zur Lage der Radwege im Landkreis. weiter lesen