Kirche als weithin sichtbarer "Wegweiser"

Seit 250 Jahren begleitet die Katharinenkirche die Bürger von Amlishagen durch alle Lebenslagen. Das Gotteshaus ist nach wie vor der Mittelpunkt des Dorfes - was sich einmal mehr bei der Jubiläumsfeier zeigte.

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  • Die Katharinenkirche in Amlishagen: Nach einem Brand am 1. August 1760 steckte der damalige Schlossherr über 9900 Gulden in den Neubau. Fotos: Harald Zigan 1/2
    Die Katharinenkirche in Amlishagen: Nach einem Brand am 1. August 1760 steckte der damalige Schlossherr über 9900 Gulden in den Neubau. Fotos: Harald Zigan
  • Dekan Siegfried Jahn, Helga Lipp (Laien-Vorsitzende des Kirchengemeinderates) und Dr. Bertram Fink vom landeskirchlichen Archiv (von links) in der Katharinenkirche in Amlishagen. 2/2
    Dekan Siegfried Jahn, Helga Lipp (Laien-Vorsitzende des Kirchengemeinderates) und Dr. Bertram Fink vom landeskirchlichen Archiv (von links) in der Katharinenkirche in Amlishagen.
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"Mit bebender Bestürzung und zitternder Feder" schilderte der Amtmann Johann Andreas Baumann seinem in Alfdorf bei Gmünd residierenden Chef Baron vom Holtz, welche Katastrophe sich am 1. August 1760 in Amlishagen abgespielt hat: Ein verheerendes Unwetter mit Blitz- und Hagelschlag legte nicht nur das halbe Dorf in Schutt und Asche, sondern zerstörte auch eine Kapelle, die schon anno 1403 in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde.

Der damalige Schloss- und Patronatsherr ließ sich nicht lumpen: Die stolze Summe von rund 9900 Gulden steckte er in einen etwas zu groß geratenen Neubau der evangelischen Katharinenkirche, der in der rekordverdächtigen Bauzeit von nur eineinhalb Jahren nach Plänen des Kirchberger Baumeisters Leonhard Joseph Ernst im barocken Stil errichtet und schließlich am 2. Oktober 1763 eingeweiht wurde.

An das enorme Tempo der Bauarbeiten knüpfte Dekan Siegfried Jahn in seiner Predigt zum Festgottesdienst an, der vom Posaunenchor Gerabronn/Beimbach und vom Liederkranz Amlishagen/Unterweiler musikalisch gestaltet wurde: "Obwohl die Not im Dorf groß war, wollte die Gemeinde auf ihr Gotteshaus als unerlässlichen Wegweiser in das Himmelreich Gottes nicht lange verzichten." Auch in Amlishagen seien die Dorfbewohner schon damals davon überzeugt gewesen, "dass Gott die Welt trägt und nicht die Menschen mit ihren Künsten".

Als "Schatz des Lebens", so Siegfried Jahn, habe sich Jesus Christus auch in der Katharinenkirche schon von ungezählten Menschen finden lassen - dass dies auch in Zukunft so bleibt, wünschte neben dem Dekan aus Blaufelden auch der beruflich verhinderte Gemeindereferent Nils Neudenberger von der katholischen Kirchengemeinde in Gerabronn in einer Grußbotschaft.

Helga Lipp, Laien-Vorsitzende des Kirchengemeinderates, erinnerte an die vielen Generationen, die in den zurückliegenden 250 Jahren in der Katharinenkirche nicht nur Freude, sondern auch Trost und Kraft in den Zeiten von Leid und Trauer gefunden haben. Ortsvorsteher Hans Hacker würdigte die Kirche in Amlishagen nicht nur als Ort des Glaubens, sondern als weithin sichtbares Wahrzeichen für die Heimat.

In der Kirche ist noch bis zum 18. August eine Ausstellung mit großformatigen Holzschnitten aus der "Landesbibel" zu sehen, die anno 1560 mit Erlaubnis des württembergischen Herzogs Christoph gedruckt wurde.

Den Festsonntag in Amlishagen rundete im Gemeindesaal nach einem Auftritt der Jungschar der frühere Heilbronner Prälat Paul Dietrich mit einem Vortrag zum Thema "Kirche als Gabe und Aufgabe" ab.

Festschrift zur Kirche glänzt mit Fülle an Details
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