Kino an der Jagst: Unvergesslicher Abend mit unerkannten Heldinnen

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„Hier passt einfach alles. Wir freuen uns jedes Jahr, wieder nach Bächlingen zu kommen“, schwärmt Gerd Dobner vom Programmkino „Casablanca“ in Ochsenfurt. Er komme viel rum im Land mit seinem mobilen Freiluftkino, schließlich war er einer der ersten in Deutschland, die Kino auf der grünen Wiese anboten. Andere Termine gehören für ihn und Teampartner Hannes Tietze halt zum Job, aber auf der Jagstinsel bei den Zieglers, das sei wie Urlaub machen.

Seit wann die beiden nach Bächlingen kommen, wissen weder sie noch Renate und Frieder Ziegler so ganz genau. „Irgendwann 2003 oder 2004 muss das gewesen sein“, so Mosesmühlenwirt Frieder Ziegler. Gemeinsam mit Bruder Hans und Schwägerin Karin managt er den Grillstand unter der großen alten Weide am Jagstufer. Aus ihrem Astwerk ragen lange Eisenstiele, an denen große Kugelleuchten aufgehängt sind. Sie leuchten mit dem Mond am Himmel um die Wette.

Die ganze Großfamilie Ziegler ist seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, wenn es allsommerlich gilt, dem Ansturm von Besuchern vier unvergessliche Kinoabende in lauschigem Ambiente zu bereiten. Zum 14-köpfigen Orgateam gehörte von Anfang an auch die befreundete Familie Reiz aus dem hessischen Seligenstadt. Mit Frau Gaby zusammen betreibt Thomas Reiz die Getränketheke unter der mit vielen farbigen Lichtern illuminierten Trauerweide gegenüber, Sohn Jonas hilft beim Fleischbrutzeln am Grillschwenk mit und der 16-jährige Sven stellt nebenan Popcorn für die Freiluftkinogänger her.

Bereits drei Stunden vor Filmbeginn hat die Mosesmühle am Donnerstag ihre Pforten geöffnet und lockte die Gäste mit einem breiten kulinarischen Angebot, das von deftigen Grillspezialitäten bis hin zu raffiniert gewürzten arabischen Falafel- und Kebab-Gerichten reichte. „Das kriegst du als Deutscher so gar nicht hin“ sagt Patrick Eisenmann über die Würzkünste seines syrischen Kochkollegen Mohamad Rasheed, der in der Mosesmühle ein Praktikum macht.

Auf den Besucherstühlen auf der großen Jagstwiese lässt sich Reinhold Rummel-Schmitt aus Ruppertshofen derweil eine herzhafte Wildschweinbratwurst schmecken. Mit Gattin Claudia genießt er das idyllische Flair  und das angenehme Wetter.

Gut 400 Besucher verfolgen die spannende zweistündige US-Filmbiografie „Hidden Figures“ über „unerkannte Heldinnen“  in Gestalt dreier afroamerikanischer Mathematikerinnen, die maßgeblich am Mercury- und am Apollo-Programm der NASA beteiligt waren. „Die Filmauswahl kann noch so gelungen sein – wenn das Wetter nicht mitspielt, können wir einpacken. Das Wetter ist der wichtigste Faktor im Programm“, weiß Gerd Dobner. „Wir hatten hier schon alles, von Gewittern, Stürmen bis zu bitterster Kälte.“ Vom Regen ganz zu schweigen, der einmal die Jagst so schnell anschwellen ließ, dass man die Stühle aus dem Hochwasser bergen musste.

Petrus meint es gut

Mit der heurigen Bächlinger Saison scheint es Petrus gut zu meinen. Berechtigte Hoffnung besteht, dass auch die Vorführungen der  Liebeskomödie „Monsieur Pierre geht online“ heute Abend und die filmische Hymne auf Paula Modersohn-Becker „Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“ am Sonntagabend trocken und wohltemperiert genossen werden können.

Info Der Film beginnt jeweils mit Einbruch der Dunkelheit, ab 18 Uhr hat die Mosesmühle geöffnet.

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