Kindern zeigen, wie Nahrung produziert wird

Zeigen, woher Milch und Eier kommen; Kindern vermitteln, wie es auf einem Bauernhof zugeht. Dies machen Landwirte, die an der Schulung "Lernort Bauernhof" teilgenommen haben.

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Katrin Schmid hält das Schild "Lernort Bauernhof" hoch. Mit auf dem Foto ihre Söhne Simon (9), Elias (5) und Johannes (11) sowie zwei Ferkel. Foto: Marc Weigert

Katrin Schmid aus Ilshofen-Söllbot ist eine von 45 Teilnehmern, die jetzt beim Bauerntag in Kupferzell das Schild "Lernort Bauernhof" entgegen genommen hat. Die Mutter dreier Kinder (11, 9 und 5 Jahre alt) hat über deren Kindergarten-Freunde mitbekommen, wie wenig die meisten Kinder über die Lebensmittelproduktion wissen und wie fasziniert und beglückt diese sind, wenn sie in direkten Kontakt mit Tieren kommen. "Die Kinder stehen staunend im Stall - bis die sich trauen, ein Ferkel auf den Arm zu nehmen. Und danach sind sie total froh."

Die Freude der Kinder war die Hauptmotivation von Katrin Schmid, die Qualifizierung zum "Lernort Bauernhof" zu absolvieren. Sie wollte sich Anregungen geben lassen, was sie mit Schul- und Kindergartenkindern alles machen kann. Doch bei ihren ersten Veranstaltungen hat Katrin Schmid rasch festgestellt, dass es gar nicht viel Programm braucht. "Die sind mit dem zufrieden, was man hat." Mit in den Hühnerstall gehen und Eier aus dem Nest holen, durchs Maisfeld laufen oder ein paar Kartoffeln lesen. Beim Vollerwerbsbetrieb Schmid, der Ferkelaufzucht betreibt und zusätzlich Ziegen und Hühner hält, gibt es aber auch viel zu sehen. Katrin Schmid ist auch deswegen überaus motiviert, "weil die Arbeit mit Kindern am liebsten mein Beruf wäre".

Kindern zeigen, wie auf dem Bauernhof Tiere leben, wie diese gehalten werden, um Milch oder Eier zu liefern, wie Getreide angebaut wird, das später zu Brot oder Kuchen gebacken wird, das ist Ziel des "Lernort Bauernhof", berichtet Andrea Bleher, die beim Bauernverband dieses Projekt koordiniert. Die Bandbreite der Landwirte, die an dem Projekt teilnehmen, ist groß: "Es sind Direktvermarkter dabei, Ökobetriebe und konventionell wirtschaftende Betriebe, Vollerwerbs- und Nebenerwerbsbetriebe", zählt Bleher auf. Um die Landwirte für ihre Schulungsaufgabe fit zu machen, sind die Landwirtschaftsämter an den Seminaren beteiligt, aber auch Betriebe, die bereits viele Jahre Erfahrung haben. So waren die Teilnehmer des Kurses "Lernort Bauernhof" im Herbst beispielsweise bei der Familie Zipperer auf der Bühlertanner Tannenburg. Die Familie betreibt einen Biohof und ein Schullandheim. Zipperers zeigten, welche erlebnispädagogischen Angebote im Wald möglich sind, wie die Kinder in die Stallarbeit einbezogen werden können, damit sie Tiere anfassen können und auch die Arbeiten auf dem Hof kennen lernen. "Die Kinder haben heute kaum direkten Kontakt mit der Landwirtschaft", so die Erfahrung von Ernst-Martin Zipperer. "Sie fahren im Auto bei den Eltern mit und schauen noch nicht einmal mehr die Landschaft an - denn jeder ist mit seinem Display beschäftigt." Umso wichtiger sei es, Schülern zu ermöglichen, selbst einmal Hand anlegen zu dürfen. Ganz nebenbei werden mit den Schülern auch gesellschaftspolitische Fragen diskutiert, etwa Tierschutz oder artgerechte Tierhaltung.

Info Kontaktperson für Lernort Bauernhof ist Andrea Bleher. Telefon (07944) 9435140; E-Mail: andrea.bleher@lbv-bw.de

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