Keine Kunst auf Kreiseln

Der Kreisverkehr gilt als sicherste Form der Kreuzung. Doch feststehende Aufbauten auf der Mittelinsel von Kreiseln können für Autofahrer gefährlich sein. Deshalb überprüft das Landratsamt jetzt alle Kreisel.

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Ein tödlicher Unfall im Regierungsbezirk Freiburg, wo ein Auto auf ein Kreisel-Kunstwerk gekracht war, war Anlass für das baden-württembergische Verkehrsministerium, alle Kreisel außerhalb von Ortschaften auf ihre Verkehrssicherheit zu inspizieren. Das Ergebnis: Von 637 Kreisverkehren an Bundes- und Landesstraßen bergen 54 ein hohes, 87 ein mittleres und 496 ein mäßiges Risiko. Für neu gebaute Kreisel gilt deshalb: Kunstwerke dürfen zukünftig nur noch solche Kreisel schmücken, die an Ortseinfahrten oder innerhalb von Ortschaften stehen - sofern die Verkehrssicherheit es erlaubt. Tabu sind Skulpturen und Fahnenstangen außerorts auf Kreiseln von Bundes- und Landestraßen.

Im Haller Landkreis sieht es so aus: Laut Auskunft des Landratsamts (LRA) gibt es an Bundes- und Landesstraßen insgesamt elf Kreisel. Das Regierungspräsidium hat in seiner ersten Einschätzung fünf davon mit einem mittleren Risiko bewertet. Einer davon sei der Kreisel an der Ortsdurchfahrt Uttenhofen (B 19) mit einer begrünten Mittelinsel und vier kleinen Bäumen. Im Laufe des Jahres sollen alle Kreisverkehre an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen bei einer Verkehrsschau überprüft werden. Später sollen auch die Kreisel, die innerorts stehen, begutachtet werden. "Die Gestaltung der innerörtlichen Kreisel wird von den Gemeinden durchgeführt. Der Landkreis hat keinen Überblick, was im Einzelnen geplant ist", erklärt das Amt. Aktuell werde ein weiterer Kreisverkehr in Obersontheim gebaut, wohl ohne Skulpturen. Über Unfälle, bei denen feste Objekte den Unfall beeinflusst haben, sei nichts bekannt.

Auch Guiseppe Pizzi von der Haller Polizeidirektion hat bisher von keinen solchen Unfällen im Kreis Hall gehört. Außerorts gibt es seines Wissens nach keine Kunstobjekte im Kreisel. Unfälle an Kreisverkehren erfasst die Polizei erst seit kurzem. 2011 gab es im Landkreis 36 Kreisverkehrunfälle mit acht verletzten Personen. "Das ist nicht allzu viel, wenn man das Gesamtunfallgeschehen betrachtet", so Pizzi. Meist seien es leichtere Unfälle in Folge von Vorfahrtsverletzungen.

Ein Kreisverkehr mit Aufschüttung und feststehender Skulptur steht an der Vellberger Ortseinfahrt aus Richtung der Bühlertalstraße. Er sorgt immer wieder für Diskussionen, weil er so gestaltet ist, dass weder Autofahrer noch Fußgänger am dortigen Übergang über den Kreisel hinweg sehen können. Sie erkennen nicht, ob aus der anderen Richtung Autos kommen. Das sei als optischer Stopper beabsichtigt gewesen, damit die Autofahrer den Kreisel langsam passieren, hat die Vellberger Verwaltung erklärt. Die neue Richtlinie wird wohl keinen Einfluss auf die Bebauung des Vellberger Kreisels haben, da er innerorts liegt.

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