Keine Förderzusage im Gepäck

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall wächst weiter. Rudolf Bühler will eine Wurstfabrik bauen und hofft auf Unterstützung der Regierung. Am Freitag kam der Landwirtschaftsminister nach Hall.

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Landwirtschaftsminsiter Alexander Bonde war jetzt bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft.

Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, besuchte am Freitag den Schlachthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Der Schlachthof ist einer der wenigen genossenschaftlichen, die es im Land gibt und mit 460 Biobauern unter den insgesamt 1400 BESH-Bauern der größte Bioschlachtbetrieb Süddeutschlands.

"12 Prozent aller Arbeitsplätze in der Region sind in der Land- und Ernährungswirtschaft", betont BESH-Gründer Rudolf Bühler. Vor allem diese Menschen sollten als Erzeuger von der Wertschöpfung profitieren. "Wir haben Hohenlohe zu einer Region mit zukunftsfähiger Landwirtschaft entwickelt, welche ökologisch und unternehmerisch zugleich den Bauern neue Chancen eröffnet", so Bühler. Die Mitglieder erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 90 Millionen Euro. "Und das alles ohne Gentechnik", betont der Vorstandsvorsitzende.

Um auch die sogenannten unedlen Fleischteile, also das komplette Tier zu verwerten, nehme die Wurstherstellung immer mehr Raum ein. Und das meint Bühler auch im wörtlichen Sinne. Er plant, in direkter Nachbarschaft des Erzeugerschlachthofs eine Wurstmanufaktur zu bauen. "Unsere Dosenwurst kommt sehr gut an", weiß der Mann aus Wolpertshausen. Die im Warmwurstverfahren hergestellte Ware benötige keine Zusatzstoffe. "In dem Bereich haben wir keine Konkurrenz", berichtet er dem Minister. Bei der Verarbeitung von Biofleisch zu Wurst seien sie eine Partnerschaft mit dem Bio-Label Demeter eingegangen.

"Es gibt ein unglaubliches Marktpotential für diese Produkte", so der Vorstandsvorsitzende. Bühler merkt an, dass die Erzeugergemeinschaft die meisten bisherigen Projekte ohne staatliche Förderung realisiert habe, lässt aber durchblicken, dass er sich von der grün-roten Regierung Unterstützung verspricht. "Wir sind in den Startlöchern", erklärt er zum Wurstmanufaktur-Bauvorhaben.

Die erhoffte Förderzusage hat Bonde aber nicht dabei. Er bleibt bei allgemeinen Aussagen: dass die Landesregierung die regionalen Wirtschaftkreisläufe stärken wolle und dass der Schlachthof der BESH ein Vorzeigebeispiel dafür sei, wie sich regionale Produktion, die besonderen Wert auf tiergerechte Haltung legt, auf heimischen Märkten rechnet. Auf die Wurstherstellung geht er nur insoweit ein, dass er die Auszeichnung der BESH-Bio-Wurst auf der Messe BioFach in Nürnberg würdigt. Damit dürfte Rudolf Bühler nicht ganz zufrieden sein.

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