Kein Aus für Werkrealschule in Ilshofen

"Die Werkrealschule bleibt", sagt Norbert Reinauer, Rektor der Hermann-Merz-Schule in Ilshofen. Die Schule ist eine der wenigen im Land, die diesen Schulzweig überhaupt noch anbietet.

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Für die Schüler Maren, Zoe, Jana, Alina, Alex und Jonas (von links) der Hermann-Merz-Schule bleibt alles beim Alten: Es wird auch im kommenden Schuljahr einen Werkrealschul- und einen Realschulzweig geben.  Foto: 

Dass die Werkrealschule bleibt, verkündet Rektor Norbert Reinauer vor den Schulanmeldungen im März. Er möchte so der derzeitigen Unsicherheit in Ilshofen begegnen - nicht zuletzt, weil er selbst vor nicht allzu langer Zeit verkündet hatte, der Werkrealschulzweig der Hermann-Merz-Schule (HMS) werde geschlossen.

Die Schule werde die Kinder des Schulverbandsgebiets nur noch in der sogenannten "neuen" Realschule unterrichten, hieß es damals. Das Modell sieht einen differenzierten Unterricht für alle Schüler vor, was bedeutet, dass der Lernstoff auch innerhalb einer Klasse auf die individuellen Fähigkeiten der Schüler ausgerichtet ist.

Doch dann wurde bekannt, dass der Lernstoff in der neuen Realschule zwar auf unterschiedlichen Niveaustufen angeboten werden kann, nicht aber die Benotung. "Das hätte bedeutet, dass wir gerade die Schwächeren sehr streng hätten benoten müssen." Die Folge: Frust bei den Schülern. Doch das wolle niemand. "Denn es gibt so viele Spätstarter, die sich in entsprechender Umgebung gut entwickeln." Deshalb habe sich die Schule entschlossen, die Werkrealschule nicht sterben zu lassen.

"Wir haben schon zu zwei Elterninformationen eingeladen. Doch wir haben das Gefühl, dass die Unsicherheit immer noch groß ist." Deshalb noch mal: In Ilshofen bleibt alles beim Alten. Der Schulzweig, in dem die Schüler den Hauptschulabschluss und dann bei entsprechender Eignung den Realschulabschluss machen können, bleibt in Ilshofen bestehen. "Die Werkrealschule kann ebenso zum Abitur führen, das ist heute alles kein Problem mehr. Das sollte den Eltern klar sein. Und sie sollten auch wissen, dass ihr Kind in der Werkrealschule vielleicht bessere Startchancen hat als in einem Schulzweig, der das Kind überfordert."

Dass die Werkrealschule bestehen bleibt, bedeutet, dass im Realschulzweig der HMS ebenfalls alles beim Alten bleiben kann. "Unsere Realschule hat eine bekannt hohe Qualität", sagt Reinauer, was auch daran liege, dass in Ilshofen überdurchschnittlich viele Fünftklässler mit Gymnasialempfehlung lernen - es gibt ja kein Gymnasium vor Ort.

Die Werkrealschule - in der HMS ist sie in den letzten Jahren immer zweizügig zustande gekommen - passt auch deshalb so gut nach Ilshofen, weil die Schule durch die immer stärkere Vernetzung mit der Maria-Montessori-Schule Inklusionsklassen anbietet, sagt deren Leiterin Ursel Schwärzel. "Der Personalschlüssel für diese Klassen ist viel höher. Da haben alle Schüler etwas davon." Und die Lehrer übrigens auch, betont Schwärzel.

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