Kampf ums Überleben: Alle Bewerber wollen Gemeinschaftsschule in Honhardt

In kaum einem Punkt sind sich die Frankenhardter Bürgermeister-Kandidaten so einig wie in diesem: Die Wilhelm-Sandberger-Schule in Honhardt soll unbedingt Gemeinschaftsschule werden.

|
Kaum eine Schule in der Region kommt so schmuck daher wie die in Honhardt. Alle Bürgermeister-Kandidaten wollen für ihren Erhalt kämpfen. Foto: Wolfgang Rupp

In kaum einem Punkt sind sich die Frankenhardter Bürgermeister-Kandidaten so einig wie in diesem: Die Wilhelm-Sandberger-Schule in Honhardt soll unbedingt Gemeinschaftsschule werden. Warum, das liegt auf der Hand: Haupt- und Werkrealschulen, zumal auf dem Land, haben es spätestens seit dem Wegfall der verpflichtenden Grundschulempfehlung immer schwerer, genügend Schüler anzulocken. Es geht also schlicht ums Überleben.

Schon 2011 hatte die Honhardter Schule einen Gemeinschaftsschul-Antrag gestellt - und war damit gescheitert. Jetzt soll eine weitere Bewerbung auf den Weg gebracht werden. Stichtag ist der 1. Oktober, die neue Schulform würde dann im Erfolgsfall ab dem Schuljahr 2014/15 in Frankenhardt angeboten.

"Die Zukunft ist dann gesichert, wenn genügend Schüler in die Schule gehen", brachte Martin Blessing die Situation auf den Punkt. Genau hier könnte der Hase im Pfeffer liegen: Das Kultusministerium nämlich fordert in der Regel eine "perspektivische Zweizügigkeit". Kreßberg ist schon zweimal an diesem Kriterium gescheitert. Die Wilhelm-Sandberger-Schule hat derzeit 161 Schüler in den Klassenstufen fünf bis zehn, also im Durchschnitt knapp 27 Schüler pro Stufe. Rein rechnerisch ist klar: Es könnte eng werden für die Schule.

Die Kandidaten zeigten sich beim HT-Forum dennoch sehr optimistisch. So sagte etwa Stephan Zerrer: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Gemeinschaftsschule in Honhardt durchbekommen." Jörg Schmidt "könnte es nicht nachvollziehen, wenn dem Antrag nicht stattgegeben wird". Das Honhardter Lehrerkollegium habe schließlich "beste Voraussetzungen geschaffen". Matthias Herzog sieht das genauso, der Lehrer warnte aber: "Ich weiß aus meiner beruflichen Praxis, dass man Entscheidungen des Kultusministeriums nicht immer nachvollziehen kann."

Ob denn niemand den zuständigen Minister persönlich kenne, wollte da HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan wissen. Keiner der Kandidaten kennt ihn, aber Zerrer betonte: "Es ist sicher ein Ziel, Kontakte zu knüpfen." Auch Blessing kündigte an, im Kultusministerium vorstellig zu werden.

Was kann ein Bürgermeister, was kann eine Kommunalverwaltung darüber hinaus unternehmen? "Ich würde Eltern persönlich einladen, sich vor Ort von der Qualität der Schule zu überzeugen", gab Herzog bekannt. Schmidt und Zerrer betonten beide, wie wichtig es sei, junge Familien in die Gemeinde zu locken - indem man eine "familienfreundliche Umgebung" (Zerrer) schaffe. Da ginge es zum Beispiel um Baugebiete und Kinderbetreuungsangebote (Schmidt: "Betreuungszeit bis 17 Uhr"). Blessing will die "Nachbargemeinden hinzuziehen" - also Überzeugungsarbeit leisten, dass mehr Jagstheimer Schüler nach Honhardt kommen.

Einig waren sich die Kandidaten darin, dass eine kleine Lehranstalt wie die Wilhelm-Sandberger-Schule viele Vorteile bietet. "Die Klassen sind kleiner, da kann man mehr Input geben", sagte etwa Schmidt. "Alle Lehrer kennen nahezu alle Schüler", strich Blessing heraus. "Das ist eine ganz große Qualität."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kartellamt hat Holzverkauf im Visier

Spätestens im Juli 2019 sind neue Vermarktungswege für den Staatswald nötig. weiter lesen