Kabinett der Dinge

Eine besondere Ausstellungskonzeption haben Inge Krause und Claudia Thorban entwickelt: Das "Kirchberger Kabinett der Dinge" soll die künftigen Ausstellungen im "Raum für Pflanzen" inspirieren.

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Seit 2005 organisieren die beiden Frauen zusammen mit Sabine Pohl-Langer, die derzeit ein Sabbatjahr einlegt, den Ausstellungsbetrieb in der Kirchberger Orangerie. Das barocke Glashaus im Hofgarten diente den fürstlichen Herrschaften als Überwinterungshaus für ihre mediterranen Stauden und Holzgewächse, deren Sammlung an barocken Höfen Mode war.

Als die drei Kunstliebhaberinnen das Gebäude als Ausstellungsraum anmieteten, war ihr Anliegen, dessen ursprüngliche Nutzung bei ihren Präsentationsprojekten zu berücksichtigen, und unter dem Namen "Raum für Pflanzen" organisieren sie seither von April bis Oktober jeweils drei Ausstellungen, die das Thema Pflanzen auf den verschiedensten Ebenen und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln bearbeiten und präsentieren. "Wir finden es reizvoll, in diesem barocken Denkmal eines herrschaftszentrierten Naturverständnisses um Formen demokratischer Naturbetrachtung zu ringen und die bestehenden barocken Formelemente mit zeitgenössischen Kunstströmungen zu verbinden", schreiben sie dazu in ihrem Flyer.

Das neue Projekt "Kirchberger Kabinett der Dinge" knüpft noch an zwei weitere kulturhistorisch interessante Kirchberger Themen an: Zum einen soll es eine Sammlung von Kirchberger Bürgern sein, analog zum ersten Ausstellungsprojekt "Kirchberger Herbarien", zum andern soll der Ausstellungstitel eine Assoziation herstellen zum "Kirchberger Kunstkabinett", das einst im Türmchenzimmer des Schlosses untergebracht war, und die verschiedensten Gegenstände aus dem herrschaftlichen Alltag einem begehbaren Lexikon gleich in einer Präsentation versammelte.

Diesmal sollen Alltagsgegenstände von Kirchberger Bürgern gezeigt werden. Einzige Bedingung: Die Dinge zeigen Abbildungen von Pflanzen oder florale Muster. Vor 14 Tagen wendeten sich die beiden Ausstellungsmacherinnen mit einem Presseaufruf an die Kirchberger Haushalte, man möge doch Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit pflanzlichen Motiven für die Mitte April startende Ausstellung beisteuern. Über 300 Objekte sind inzwischen eingegangen, berichtet Inge Krause. "Wir sind froh für diesen Vertrauensbeweis. Ohne den Beitrag der Bevölkerung und die Bereitschaft sich darauf einzulassen, wäre die ganze Konzeption hinfällig", sagt sie über das öffentliche Engagement für das Kunstprojekt.

Die Ausstellung soll Auftakt und Grundstock einer bis 2015 geplanten Ausstellungsreihe bilden, die sich mit dem Thema Pflanze und Abbild befasst. In den geplanten Folgeausstellungen werden ausgewählte Künstler die Motive der Kirchberger Sammlung weiter bearbeiten. Dazu sollen in den Salongesprächen zur Ausstellung ein Dialog zwischen den Künstlern und den Leihgebern entstehen.

Alle, die bisher Sachen vorbeigebracht haben, zeigten sich angetan von der Idee und machten eine spannende Spurensuche in ihrer Wohnung, erzählt Inge Krause. Ob Geschirr, Gummistiefel oder Klopapierrolle mit Pflanzenabbildern - alles ist erwünscht und trägt zu einer "nicht wertenden Sammlung bei, wo nicht zwischen ausstellungswürdig oder nicht unterschieden wird", betont sie.

Die Veranstaltung in der Orangerie biete allerdings auch die Gelegenheit, auch jene Dinge zu zeigen, die aufgrund ihres materiellen oder ideellen Wertes nicht als Leihgaben zur Verfügung gestellt werden konnten. Beim Salon zur Ausstellung am 26. Mai können sie unter dem Motto "Mein Herzensding" vorgestellt werden.

Info Am Sonntag, 14. April, um 11 Uhr Uhr eröffnet die ehemalige Crailsheimer Museumsleiterin Susanne Sackstetter das "Kirchberger Kabinett der Dinge". Die Ausstellung in der Orangerie ist jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Im Salon zur Ausstellung am Sonntag, 5. Mai, stellt der Stuttgarter Fotograf Peter Franck seine Konzeption der Folgeausstellung ab Juli 2013 vor.

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